Zum Vorbeugen eines Dammrisses, setzen die Hebamme oder der Arzt beim Durchtreten des Kopfs des Kindes einen speziellen Handgriff ein, den so genannten Dammschutz. Mit der rechten Hand umfasst der Geburtshelfer dabei den mütterlichen Damm und versucht mit der linken durch leichten Druck die Geschwindigkeit des durchtretenden, hochsteigenden Kopfs zu regulieren.
Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend und droht trotzdem ein Dammriss, so wird man einen Dammschnitt (Episiotomie) durchführen. Bei der Episiotomie wird von der Scheide aus der Damm etwas eingeschnitten und nach der Geburt wieder unter örtlicher Betäubung genäht.
Einige Experten sind jedoch der Auffassung, dass nicht jeder gefährdete Damm tatsächlich reißt, aber jeder Dammschnitt eine zusätzliche Verletzung des Beckenbodens darstellt, der heilen muss und auch noch lange Zeit nach der Geburt Beschwerden bereiten kann. Aufgrund dieser kritischen Stellung werden Dammschnitte deshalb mittlerweile seltener durchgeführt.
Natürlich kann man den Damm auf die Geburt vorbereiten. Dazu können verschiedene Maßnahmen angewandt werden:
- Dammmassage während der Schwangerschaft: Sie lockert das Gewebe und bereitet den Damm auf die Belastungen vor der Geburt vor.
- Je entspannter und aufgeklärter die Gebärenden während der Geburt sind, desto niedriger ist auch das Risiko für einen Dammschnitt oder Dammriss.
- Anwendung warmer Kompressen: Durch die Wärme kann die Dehnbarkeit des Gewebes gesteigert werden.
- Wassergeburt und Akupunktur können unter Umständen auch Dammverletzungen vermeiden.
- Durch den Geburtsgel treten Dammrisse weniger häufig auf. Das Geburtsgel dient vielmehr der Verminderung der Reibungskraft im Geburtskanal, dadurch werden vor allem die Eröffnungs- und Austreibungsphase signifikant verkürzt (Anwendung in der Humanmedizin seit 2008).
Folgende Faktoren spielen bei der Entstehung eines Dammrisses eine wesentliche Rolle:
- Elastizität des Gewebes
- Vorbereitung des Dammes
- Größe des Kindes
- Geschwindigkeit der Geburt
- Durchführung des Dammschutze
Letzte Aktualisierung am 18.02.2009.