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Dammriss (Dammruptur, Episiotomie)


Was ist ein Dammriss und wie wird er verursacht?

Unter einem Dammriss versteht man das Einreißen des Damms (Gewebe zwischen Vagina und After) während der Geburt. Der Riss entsteht durch die starke Überdehnung des Dammgewebes durch den kindlichen Kopf oder auch selten durch die Schultern.

Oft wird der Kopf einfach viel zu schnell nach unten gepresst und übt einen starken Druck auf den Damm aus. Der Riss erfolgt meistens an der schwächsten Stelle des Gewebes und verläuft meist median vom Scheideneingang in Richtung After.

Der Dammriss ist die häufigste mütterliche Verletzung während der Geburt. Bei jeder Entbindung können kleine Dammrisse auftreten.

Nicht jeder Dammriss ist mit einem anderen gleichzusetzen, da sie sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Entscheidend ist hierbei, ob die tiefer liegenden Muskel- und Bindegewebsschichten mit eingerissen sind. Abhängig vom Ausmaß der Verletzung werden drei bzw. vier Schweregrade unterschieden:

  • 1. Grad I: leichter Riss in der hinteren Scheidenhaut sowie der Haut (Kutis) und des Unterhautfettgewebes (Subkutis) des Dammes. Die Naht ist einfach und die Wundheilung erfolgt meist komplikationslos.

  • 2. Grad II: Der Riss umfasst das Gebiet wie bei Grad I und zusätzlich Teile der Darmmuskulatur. Diese sind dem After vorgelagerte Muskeln sowie einzelne Fasern des Schließmuskels. Der Schließmuskel bleibt jedoch unversehrt. Auch hier ist die Naht relativ einfach und die Wundheilung in der Regel komplikationslos.

  • 3. Grad III: Zu dem Verletzungsumfang von Grad II kommt der teilweise oder vollständige Durchriss des Afterschließmuskels hinzu.

  • 4. Grad IV: Ist zudem auch die Darmschleimhaut betroffen, so spricht man von einem Dammriss Grad IV. In diesem Fall muss zuerst der Schließmuskel gesichert werden und dann die Schleimhaut des Darms genäht werden. Nach erneuter Desinfektion und Handschuhwechsel erfolgt die Naht des Schließmuskels. Solche ausgeprägten Risse sollten in Narkose genäht werden.

Kleinere Dammrisse können nach der Kontrolle sogar ohne Naht verheilen. Dagegen werden tiefere Risse schichtweise vernäht, um die funktionelle Lage aller Gewebe sicherzustellen. Ein ausgeprägter Dammriss muss auf jeden Fall ärztlich versorgt werden, um Beeinträchtigungen der Konsistenz zu vermeiden.

In den meisten Fällen verheilen Dammrisse sehr gut. Entzündungen, starke Blutungen und Sekundärheilungen treten bei guter Hygiene selten auf.

Neben dem Dammriss kann es unter der Geburt auch zu Rissverletzungen der Labien, der Klitoris oder der Cervix bis hin zum Gebärmutterriss kommen.


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Letzte Aktualisierung am 18.02.2009.

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