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Geburtsarten


Welche Geburtsstellungen bzw. Geburtsarten gibt es?

Neben der Möglichkeit der Ortsauswahl, haben Sie die Möglichkeit sich zwischen verschiedenen Geburtsarten bzw. -positionen zu entscheiden. Wichtig ist, dass Sie sich dabei wohlfühlen. Achten sie daher auf eine entspannte Atmosphäre für eine entspannte Geburt, um auch dem Kind den Geburtsschock weitgehend zu ersparen.

Wassergeburt

Im Falle einer Wassergeburt findet die Geburt (meist schon in der Eröffnungsphase) im und unter Wasser statt. Viele Frauen erleben die Geburt unter Wasser als nützlich und wohltuend, da sie häufig weniger schmerzhaft ist, weil das warme Wasser entkrampfend wirkt. Zudem kann die Frau die Badewannenwand zum Abstützen bei den Presswehen verwenden, welches ja im Kreißsaalbett nicht möglich ist.

Durch die Wassergeburt wird auch dem Neugeborenen ein sanfter Übergang zwischen zwei extrem unterschiedlichen Milieus geschaffen.

Entbindungsbett

Es handelt sich um ein Bett mit Rückenlehne, die sich verstellen lässt und dadurch Frauen verschiedene Positionen ausprobieren können, wenn unter der Geburt eine bestimmte Stellung einschränkend sein sollte. Sie können in einem Entbindungsbett liegen oder sitzen.

Geburtshocker

Ein Geburtshocker (Gebärhocker) oder auch Maya-Stuhl genannt, hält Sie in aufrechter Position während Sie pressen. Diese Hocker werden seit Jahrhunderten überall auf der Welt benutzt. Diese Position kann jedoch dazu führen, dass Mütter unter Umständen mehr Blut verlieren, da durch den Sitz der Po und die Schenkel eingeengt werden und das Blut sich damit dort ansammelt. Es gibt aber auch Experten, die der Meinung sind, dass der scheinbar höhere Blutverlust nur daher rührt, dass das Blut sich auf einem Geburtshocker besser auffangen und messen lässt.

Geburt im Vierfüßlerstand

Die Position des Vierfüßlerstandes von den Naturvölkern ist auch heute noch bekannt. Durch diese Position soll die Schwerkraft wirken und nach Möglichkeit das Hohlkreuz vermieden werden. Natürlich kann man diese Entbindungsposition auch im Kreisbett einnehmen, mit dem Vorteil, dass sich die Geburt in einer Höhe abspielt, in der alles besser kontrolliert werden kann und erforderliche Eingriffe wie z.B. der Dammschutz besser durchgeführt werden können.

Sprossenwand

Bei der Sprossenwand handelt es sich um die gleiche Wand, die im Allgemeinen aus der Sporthalle in der Schule bekannt ist. Manche Schwangere finden es sehr entspannend sich an die Sprossenwand zu hängen oder sich auf dem Boden kniend oder hockend daran festzuhalten. Dadurch wird insbesondere der Rücken entlastet.

Diese Position soll vor allem der Schwangeren helfen, unter Wehen die Position in der Senkrechten zu erleichtern, um dadurch die Schwerkraft bei der Eröffnung mitwirken zu lassen. Das gleiche gilt auch für Seile oder Tücher.

Pezziball

Der Pezziball oder auch Gymnastikball ist ein großer Ball, auf dem die Entbindende mit gespreizten Beinen sitzt. Der Partner unterstützt die Gebärende von hinten und hält sie dabei fest. Der Vorteil der Sitzposition ist vor allem, dass die Geburtswege geöffnet werden und die Schwerkraft auch hier wirken kann. Während der Eröffnungsphase ist der Gymnastikball ein mittlerweile überall anerkanntes Mittel, um die Eröffnung des Muttermundes zu unterstützen.

Roma-Rad

Das Roma-Rad ist ein besonderer Gebärstuhl. Dieses Gerät sieht wie ein großes Rad mit Sprossen aus und besteht aus einem in einem Rad schwebendem Hocker, das einem ein Gefühl der Schwerelosigkeit vermittelt.

Zum Gebären setzt sich die schwangere Frau in den Hocker. Die gespreizten Beine werden dann in dieser Position fixiert und die Hände an die radähnliche Halterung gelegt. Das Rad kann man in verschiedene Stellungen bringen und somit die Geburt aus einer halbwegs liegenden bis in eine fast aufrechte Position bringen, inklusive der Überwachung und Hilfestellung.

Es handelt sich jedoch um ein relativ neues Verfahren, welches daher noch selten angeboten wird.

Geburt auf der Erde

In einigen Entbindungskliniken wird auch diese Position angeboten, falls es der Gebärenden in dieser Situation gut geht und sie sich dabei wohl fühlt. Nachteil dieser Position ist, dass im Falle einer Komplikation umgelagert werden muss.

Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Bei einem Kaiserschnitt wird das Kind durch einen operativen Eingriff aus der Gebärmutter der Mutter entnommen. Es wird ein tiefer Unterbauch-Querschnittt im Bereich der Schamhaargrenze durchgeführt. Ein Kaiserschnitt wird in der Regel in PDA (Periduralanästhesie oder rückenmarksnahe Regionalnästhesie) oder Vollnarkose vorgenommen.

Früher wurde diese Operation ausschließlich aus medizinisch dringenden Gründen durchgeführt. Heute wird sie jedoch auf Wunsch der Mutter angewandt, weil viele Schwangere befürchten den Anstrengungen der Geburt nicht gewachsen zu sein.

Merken Sie sich, es führen viele Wege zum Ziel. Sie allein müssen entscheiden, welcher Ort und welche Stellung für Sie der Richtige ist. Sie können sich auch jederzeit wieder um entscheiden, falls Sie sich erst für z.B. eine Wassergeburt entschieden haben. Zudem ist es auch völlig normal, dass Frauen die Geburtsstellungen ändern.


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Letzte Aktualisierung am 18.02.2009.

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