Nach der Geburt kommt es durch die Ablösung von Plazenta und Eihäuten (Reste der Fruchtblase) zu einer großflächigen Wunde an der Gebärmutterschleimhaut, deren Abheilung in mehreren Phasen verläuft.
Durch Heilungsvorgänge des Uterus entleeren sich Sekrete, die als Lochien bezeichnet werden. Diese bestehen im wesentlichen aus Blutkoageln und Plazentaresten. Abhängig vom Heilungsverlauf ändern sich die Menge und Zusammensetzung des Wochenflusses, der unmittelbar nach der Geburt beginnt:
- 1. Woche: blutig bis fleischwasserfarbenes Sekret (Lochia rubra), starke Blutung. Der Blutverlust kann bis zu 500 Milliliter betragen, wodurch der Kreislauf der Wöchnerin stark belastet wird. Bei Bewegung oder beim Aufstehen kann die Blutung schwallartig auftreten.
- 2. Woche: braunrot bis gelbliches Sekret (Lochia fusca); die Blutungsquellen sind verheilt.
- 3. bis 6. Woche: schleimig grau-weißes Sekret (Lochia alba). Die Farbe ändert sich aufgrund steigender Zahlen weißer Blutkörperchen.
- Nach etwa 6 Wochen: Versiegen der Lochien
Im Verlauf des Wochenbettes nimmt die Menge des Lochialsekretes kontinuierlich ab. Im Gegensatz zu früheren Lehrmeinungen ist der Wochenfluss kein hochkontagiöses Sekret, kann aber dennoch Keime (vor allem eine bakterielle Besiedlung mit Streptokokken oder Staphylokokken) enthalten. Daher ist eine ausreichende Intimpflege notwendig.
Die Hände müssen nach jedem Toilettengang oder Vorlagenwechsel gründlich gewaschen und desinfiziert werden. Vor allem bei Keimverschleppungen an die Nabelschnur kann es zu Nabelschnurinfektionen beim Kind oder bei Verschleppung an die Brust zu einer schmerzhaften Brustdrüsenentzündung (Mastitis) bei der Mutter führen.
Andererseits soll durch die hygienischen Maßnahmen die Wundfläche in der Gebärmutter vor einer aufsteigenden Infektion geschützt werden.
Letzte Aktualisierung am 18.02.2009.