Zunächst sollte sich der behandelnde Arzt ein Bild von der Situation des Kindes und der Familie machen. Da die Enuresis so vielschichtige Ursachen haben kann, sind ein ausführliches Gespräch und eine genaue und gründliche Untersuchung unerlässlich. Auch das Trinkverhalten des Kindes und eventuelle Vorbehandlungen sollten angesprochen werden.
Die Harnwege des Kindes müssen untersucht werden, um Fehlbildungen auszuschließen. Außerdem wird eine Urinuntersuchung durchgeführt. In den meisten Fällen wird der behandelnde Arzt auch mittels Ultraschall die Nieren und ableitenden Harnwege untersuchen.
Oft ist es hilfreich, wenn das Kind zusammen mit den Eltern ein Protokoll anfertigt. Darin soll festgehalten werden, wann es den Reiz zum Wasserlassen verspürt, wie stark dieser ist und wie viel Urin gelassen wird. Anhand dieses Protokolls kann eventuell schon abgeschätzt werden , ob komplexere Untersuchungen notwendig sind.
Es ist sehr wichtig organische Störungen für das Einnässen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, da sonst über einen längeren Zeitraum die Niere massiv geschädigt werden kann.
Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder die Einnahme von Medikamenten als Ursache für das Einnässen müssen ebenfalls ausgeschlossen werden. Dazu wird dem Kind meist Blut entnommen und ein Blutbild angefertigt.
In jedem Fall der Enuresis müssen körperliche Ursachen für das Einnässen ausgeschlossen werden. Harnwegsinfekte, Diabetes mellitus, Epilepsie oder auch Störungen im Bereich des Nervensystems können für einen nächtlichen Urinabgang verantwortlich sein.
Erst wenn sichergestellt wurde, dass keine weitere Erkrankung vorliegt, kann die richtige Behandlung des betroffenen Kindes eingeleitet werden.