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Fieberkrämpfe - Diagnose


Die Diagnose Fieberkrampf wird gestellt, indem andere Ursachen für die Krampfanfälle ausgeschlossen werden.

Die Diagnose Fieberkrampf ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt, es muss zunächst sichergestellt werden, dass keine andere Erkrankung als Auslöser für den Krampfanfall in Frage kommt.

In einem Gespräch mit den Eltern sollte der behandelnde Arzt erfragen, ob das Kind bereits Anfälle dieser Art hatte und ob in der Familie bereits Fieberkrämpfe oder epileptische Anfälle auftraten. So kann die Gefahr einer Epilepsie leicht abgeschätzt werden.

Außerdem sollte in einer Untersuchung des Kindes nach der Ursache für den Krampfanfall gesucht werden. Liegt ein fieberhafter Infekt vor oder hat das Kind möglicherweise eine schwerwiegendere Erkrankung, die den Anfall ausgelöst hat? Um diese Frage zu klären, werden nach einem Krampfanfall im Kindesalter meist folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Liquoruntersuchung - Liegt eine Infektion des Gehirns selbst beziehungsweise der Hirnhäute (Meningitis) vor, kann im Hirnwasser (Liquor cerebrospinalis) eine erhöhte Zahl von Abwehrzellen und ein hoher Eiweißwert diagnostiziert werden. Um eine Probe des Liquors zu erhalten wird ein Einstich in den Rückenmarkskanal vorgenommen und von dort Hirnwasser abgezogen. Der Einstich erfolgt in Höhe der Lendenwirbel und ist für das Kind absolut ungefährlich.

  • EEG- Ein sogenanntes Elektroenzephalogramm zeichnet die Hirnströme des Kindes auf. Sind diese verändert, kann eine Erkrankung eines Gehirnabschnittes die Ursache sein, die möglicherweise auch den Krampfanfall ausgelöst hat. Diese Untersuchung ist jedoch nur sinnvoll, wenn das Kind kein Fieber mehr hat, da Fieber das Ergebnis verfälschen kann.

  • CT oder MRT - Eine Computertomographie sowie eine Magnetresonanztomographie sind bildgebende Untersuchungen, durch die Strukturen des Gehirns sichtbar gemacht werden. So können Schädigungen und Fehlentwicklungen erkannt werden.

  • Blutbild - Dem Kind wird Blut entnommen und im Labor untersucht. Eine veränderte Zusammensetzung des Blutes, wie beispielsweise ein zu hoher Blutzuckerspiegel, kann auch einen Krampfanfall auslösen.

Differentialdiagnose

In jedem Fall sollte beim Auftreten eines Krampfanfalls ausgeschlossen werden, dass keine schwerwiegenderen Erkrankungen als Ursache in Frage kommen. Entzündliche Erkrankungen des Gehirns, Tumore oder beginnende Epilepsien können ebenfalls Anfälle dieser Art auslösen. Jedoch liegt bei all diesen Erkrankungen, im Gegensatz zum Fieberkrampf, eine Beeinträchtigung des Gehirns selbst vor.

Auch beim Auftreten von sehr hohem Fieber über 40° sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, um auszuschließen, dass das Kind an einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Lungenentzündung erkrankt ist.

Es sollte außerdem sichergestellt werden, dass es sich nicht um einen komplizierten Fieberkrampf handelt. Ein Fieberkrampf wird als komplizierter Krampfanfall bezeichnet wenn

  • Er länger als 15 Minuten andauert.

  • Zwei oder mehr Anfälle in Folge auftreten.

  • Das betroffene Kind jünger als sechs Monate oder älter als fünf Jahre ist.

  • Nicht der ganze Körper vom Anfall betroffen ist, sondern die Symptome in einer Körperregion beginnen und sich erst im Verlauf der Krampfanfalls auf die gesamte Körpermuskulatur ausdehnen (fokaler Anfallsbeginn).

Die Unterscheidung zwischen kompliziertem und unkompliziertem Krampfanfall ist von großer Bedeutung, da komplizierte Fieberkrämpfe mit einer wesentlich größeren Wahrscheinlichkeit in eine Epilepsie übergehen können.


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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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