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Kinderlähmung - Ursachen


Kinderlähmung wird durch das Poliovirus verursacht

Kinderlähmung wird durch das Poliovirus ausgelöst, einem sogenannten Enterovirus. Enteroviren sind eine Art von Erregern, die sich im oberen Gastrointestinaltrakt, also Mundraum, Speiseröhre, Magen und Dünndarm vermehren, und von dort aus im Körper ausbreiten. Sie können noch bis zu 6 Wochen nach der Infektion im Stuhl der Erkrankten nachgewiesen werden. So lange sind die infizierten Personen auch ansteckend für Andere.

Das Virus wird hauptsächlich über den Mund aufgenommen. Man unterscheidet drei Serotypen der Polio-Viren:

  1. Typ I (Brunhilde), das das stärkste lähmungsauslösende Potential hat

  2. Typ II (Lansing)

  3. Typ III (Leon)

Zwischen den drei Erregertypen gibt es keine Kreuzimmunität, das heißt, eine Infektion mit einem der drei Serotypen schützt nicht davor, sich später erneut mit einem anderen Typ des Virus zu infizieren.

Es wird durch Schmierinfektionen unter schlechten hygienischen Bedingungen übertragen, wenn Fäkalien über die Nahrung in den Verdauungstrakt gelangen. Seltener kann die Ansteckung auch durch Tröpfcheninfektion erfolgen, also durch Sprechen, Husten oder Niesen.
Nachdem das Virus in den Verdauungstrakt gelang ist, vermehrt es sich im Darm und greift von dort aus zunächst auf die Lymphknoten über.

Schon wenige Stunden nach der Infektion ist der Betroffene auch für andere Personen ansteckend. Von den Lymphknoten aus tritt das Virus dann in die Blutbahn über (Virämie) und kann so das Rückenmark erreichen. Polioviren befallen bevorzugt Nervenzellen im Vorderhorn des Rückenmarks. So nennt man den vorderen Teil der grauen Substanz, also dem Teil, der die Zellkörper der Nervenzellen enthält. Diese Nervenzellen sind die sogenannten alpha-Mononeurone. Sie sind für die Steuerung der Muskulatur verantwortlich.
Der Körper reagiert auf diesen Befall des Rückenmarks, in dem er Abwehrzellen (Leukozyten) zu den Nervenzellen sendet, die dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Dadurch werden die Nervenzellen jedoch noch mehr geschädigt und letztendlich zerstört.

Meist ist neben den Nervenzellen im Rückenmark auch das Gehirn selbst von der Erkrankung mitbetroffen. Dieser Befall des Gehirns bleibt jedoch in der Mehrzahl der Fälle unbemerkt. Nur selten kommt es dabei zum Befall von Hirnnerven, wodurch beispielsweise die Funktion des Kehlkopfes beeinträchtigt werden kann und die Kinder Schwierigkeiten beim Sprechen und Atmen entwickeln. Diese Form der Poliomyelitis wird als bulbäre Form bezeichnet.


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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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