Die Gaumenmandel liegt in der Mundhöhle am Übergang zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen. Sie sind neben anderen Organen für die Ausbildung des Abwehrsystems im Kindesalter verantwortlich. Deshalb nehmen sie in den ersten drei Lebensjahren des Kindes an Größe zu und werden bis zur Pubertät dann wieder kleiner, wenn sich das Immunsystem entwickelt hat. Aus diesem Grunde sind die Tonsillen im Kindesalter besonders anfällig für Infektionen.
Die häufigste Ursache für eine akute Mandelentzündung ist eine Infektion mit Bakterien, meist sind dies sogenannte Streptokokken. Es gibt unterschiedliche Formen der Streptokokken, die verschiedene Erkrankungen auslösen können. Sie werden in Gruppen eingeteilt. Für die Mandelentzündung sind Streptokokken der Gruppe A verantwortlich. Sie sind in der Lage rote Blutkörperchen (Erythrozyten) anzugreifen und den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) zu zersetzen. Durch das entstehende grüne Abbauprodukt werden sie auch als vergrünende Streptokokken bezeichnet.
Der Erreger wird durch Tröpfcheninfektionen, also durch Sprechen, Husten oder Niesen, übertagen und gelangen über den Mund oder die Nase in den Rachenraum der Betroffenen, wo sie eine lokale, also örtlich begrenzte, Infektion auslösen.
Seltener kann eine Mandelentzündung auch durch andere Bakterien, wie Staphylokokken, Haemophilus influenza oder Pneumokokken, hervorgerufen werden.
Eine akute Mandelentzündung kann jedoch auch in eine chronische Tonsillitis übergehen, das heißt die Entzündung besteht dauerhaft. Bakterienreste und Abbauprodukte von Zellen lagern sich in den Mandeln ab, sodass die Entzündung nicht mehr richtig ausheilen kann. Die anhaltende Entzündung kann die Ursache für eine Reihe von Folgeerkrankungen sein.