In der Diagnostik sollten besonders die psychosozialen Belastungsfaktoren innerhalb der Familie berücksichtigt werden. Auch eine körperliche Untersuchung des Säuglings ist im Anschluss unerlässlich, um eine körperliche Erkrankung auszuschließen. Die Diagnose Schreibaby ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt sie wird erst gestellt, wenn der behandelnde Arzt jede andere in Frage kommende Ursache für das Schreien ausgeschlossen hat.
Fällt ein Säugling durch exzessive Schreiattacken auf, ist deshalb zunächst ein ausführliches Gespräch mit den Eltern notwendig. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist ein entscheidender Faktor in der Entwicklung des Säuglings. Ist sie aufgrund einer eventuellen Belastungssituation gestört, führt dies zu einer starken Anspannung beim Kind. Deshalb müssen im Gespräch zwischen dem Arzt und den Eltern des Kindes ein besonderes Augenmerk auf das Vorliegen von solchen Belastungssituationen gelegt werden.
Um das Familienleben besser besprechen zu können, werden von den Eltern des Kindes oft Verhaltensprotokolle angefertigt. Sie dokumentieren zum einen die Schreiphasen des Kindes, zum anderen auch die Versuche der Eltern, den Säugling zu beruhigen, sowie die Schlafphasen des Kindes. Durch die Protokolle kann der Arzt abschätzen, ob psychosoziale Faktoren eventuell die Ursache für das exzessive Schreien sein können.
In der körperlichen Untersuchung wird ausgeschlossen, dass das Kind keinen Infekt hat, der es zum Schreien bewegt. Außerdem wird die Unversehrtheit der Knochen und Gelenke überprüft. Des Weiteren sollte man nicht außer Acht lassen, dass Schreiepisoden im schlimmsten Falle auf eine Kindesmisshandlung hinweisen können.
Bei 5-10% der sogenannten Schreibabys ist eine körperliche Erkrankung die eigentliche Ursache für das Schreien. Fällt ein Säugling durch vermehrtes Schreien auf muss deshalb sichergestellt werden, dass keine Krankheit der Auslöser der Schreiattacken ist. Mittelohrentzündungen, Infektionen der Atemwege und Blasenentzündungen sind Erkrankungen, die oft zu länger anhaltenden Schreiepisoden führen.
Auch Störungen im Bereich des Magen-Darm-Systems wie Verstopfungen, Blähungen, Entzündungen des Darms und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können der Grund für vermehrtes Schreien sein.
Es sollte außerdem untersucht werden, ob nicht unerkannte Knochenbrüche, Schädigungen im Bereich der Nerven oder genetische Syndrome vorliegen, die möglicherweise die Schreiattacken auslösen.