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Ursachen von Blutungen in der Schwangerschaft


Blutungen bei Schwangeren können durch viele verschiedene Ursachen bedingt sein

Nicht jede Blutung während der Schwangerschaft ist als gefährlich zu deuten. Vor allem Blutungen in der Frühschwangerschaft sind eher harmlos. Im ersten Schwangerschaftsdrittel erlebt jede vierte Schwangere leichte Schmierblutungen. Diese Schmierblutungen treten vor allem nach einer Reizung der ohnehin empfindlichen Scheiden- und Muttermundsschleimhaut auf, z.B. nach dem Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft oder bei Scheideninfektionen. Trotzdem bedarf jede Blutung aus der Scheide einer Abklärung durch den Arzt.

Die Blutungen können unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt typische Ursachen die in jedem Schwangerschaftsdrittel zu Blutungen führen.

Häufige Ursachen im ersten Drittel der Schwangerschaft sind vor allem:

  • Fehlgeburten (Blutungen unterschiedlicher Stärke)
Eine drohende oder beginnende Fehlgeburt ist die häufigste Ursache für Blutungen in der Frühschwangerschaft. Eine drohende Fehlgeburt geht zunächst mit leichten Blutungen und eventuell ziehenden Unterbauchschmerzen einher. Ist die Schwangerschaft noch intakt, so sollte die Schwangere möglichst viel liegen und sich entspannen. Unter Umständen kann die behandelnde Ärztin Magnesium verschreiben. Magnesium entspannt die Muskulatur der Gebärmutter und verhindert somit vorzeitige Wehen.

Eine bereits beginnende Fehlgeburt weist dagegen stärkere Blutungen auf und wird von krampfartigen Schmerzen begleitet. In diesem Fall sollte die Schwangere unverzüglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Man weiß heute dass die Ursachen der Fehlgeburt in der frühen Schwangerschaft in erster Linie auf Chormosomenanomalien (etwa 60 Prozent) zurückzuführen sind. Bereits nach den ersten Zellteilungen kommt es zu einem Entwicklungsstopp. Bei wiederholten Fehlgeburten sollte man die ausgestoßene Frucht genetisch untersuchen lassen, um die Ursachen für die wiederholten Fehlgeburten zu entdecken. Bei drei oder mehr Fehlgeburten spricht man in der Medizin auch von „habituellem Abort".

  • Blasenmole (meist nur leichte Blutung)
Eine beondere Form der Fehlgeburt ist die Blasenmole. Sie kommt selten vor (eine von 3.000 Schwangerschaften). Bei der Blasenmole handelt es sich um eine Entartung des Plazenta-Gewebes, bei der sich die so genannten Chorionzotten blasig verdicken. Aus diesem Grund kann sich die Frucht nicht richtig einnisten und stirbt ab. Typischerweise findet man bei der Blasenmole extrem hohe Werte des Schwangerschaftshormons im Blut (Beta-HCG) und im Ultraschall ein typisches Bild, welches man auch als „Schneegestöber" bezeichnet. Hier ist auf jeden Fall eine Ausschabung unter Narkose nötig.

  • Eileiterschwangerschaften (meist Schmierblutungen und Unterbauchschmerzen)
Nistet sich das Ei außerhalb der Gebärmutter - meist im Eileiter - so kann dies eine weitere Ursache für Blutungen sein. Im Falle der Eileiterschwangerschaft kommt es etwa sechs Wochen nach der letzten Menstruation zu leichten Blutungen. Da sich kein Ei in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, wird diese wieder abgebaut. Auf der anderen Seite kommt es aufgrund der zunehmenden Dehnung des Eileiters zu Unterbauchschmerzen. Kommt es zu plötzlich extremen, meist einseitigen auftretenden Schmerzen, so ist die Schwangere unverzüglich ins Krankenhaus einzuliefern, da die Gefahr eines Eileiters-Risses mit Blutungen in den Bauchraum besteht. In den meisten Fällen ist es noch möglich, die Funktionsfähigkeit des betroffenen Eileiters zu erhalten.

  • Blutungen bei der Einnistung
Etwa drei bis vier Wochen nach der Menstruationsblutung kommt es zur Einnistung der Frucht in die Gebärmutterschleimhaut. Durch die Einnistung können zu Beginn der Schwangerschaft harmlose Blutungen hervorgerufen werden. Durch das Eindringen der befruchteten und bereits mehrfach geteilten Eizelle platzen häufig einige kleine Blutgefäße und es kommt zu einer leichten Schmierblutung.

  • Hormonschwankungen
Während einer Schwangerschaft befinden sich im üblichen Hormonzyklus der Frau nun zunehmend Schwangerschaftshormone. Trotzdem finden Schwankungen im normalen hormonellen Zyklus statt. Einige Frauen können zu der Zeit, wo sie normalerweise ihre Periode erwartet hätten, Blutungen kriegen. Hieran sind die Hormone schuld.

  • Weicher Gebärmutterhals
Ein weicher Gebärmutterhals kann auch in den ersten Wochen einer Schwangerschaft Blutungen auslösen.

Häufige Ursachen im zweiten Drittel der Schwangerschaft:

  • Plazentakomplikationen

Dazu gehört vor allem die vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens von der Gebärmutterwand (Plazentalösung). Die Blutungsstärke ist individuell sehr unterschiedlich und meist schmerzhaft. Es kann zu Blutungen nach innen und nach außen kommen. Wichtige Ursachen für eine vorzeitige Plazentaablösung sind Störungen der kleinen Gefäße der Plazenta, z.B. durch Bluthochdruck im Zusammenhang mit einer Gestose oder Stürze, Unfälle und zu kurze Nabelschnur mit Zug an der Plazenta. Die Schwangere muss sofort notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert werden. Je nach Grad der Ablösung, der Stärke der Blutung und dem Zustand des Kindes und der Mutter sieht die Behandlung sehr unterschiedlich aus.

Eine weitere wichtige Ursache ist die so genannte Plazenta praevia (praevia = vorübergehend), also der falsche Sitz der Plazenta (Mutterkuchen). Die Plazenta befindet sich normalerweise an der oberen hinteren oder vorderen Gebärmutterwand. Im Falle der Plazenta praevia befindet sich der Mutterkuchen jedoch in der Nähe oder sogar vor dem Gebärmutterausgang bzw. dem Muttermund. Die Blutung ist meist mittelstark und schmerzhaft. Es werden vier Formen der Plazenta praevia unterschieden. Nur bei einer totalen Bedeckung des Muttermundes ist stets ein Kaiserschnitt erforderlich. Bei den anderen Formen ist unter Umständen noch eine vaginale Geburt möglich. Durch das Wachstum der Gebärmutter kann eine tief sitzende Plazenta nämlich noch im Verlauf der Schwangerschaft höher rutschen, so dass sich die Diagnose Plazenta praevia später wieder erübrigen kann.

Blutungen treten bei der Plazenta praevia häufig bei leichter Wehentätigkeit und körperlicher Anstrengung auf und sind meist schmerzfrei. Der untere Bereich der Gebärmutter wird schon bei leichtesten Wehen gedehnt. Das Plazentagewebe kann diese Dehnung nicht mitvollziehen. Dadurch können kleine Teile des Mutterkuchens aus der Gebärmutter (Uterus) abgelöst werden und Blutungen verursachen.

Werdende Mütter müssen in diesem Fall strenge Bettruhe einhalten und wehenhemmende Medikamente einnehmen.

Bei stärkeren Wehen kann es zu einer weiteren Ablösung des Mutterkuchens und damit verbunden zu lebensgefährlichen Blutungen für Mutter und Kind kommen. Dies ist die größte Gefahr der Plazenta praevia.

  • Zeichnungsblutung - Abgehen des Schleimpfropfs

Bei der Zeichnungsblutung handelt es sich um eine harmlose Blutung am Ende der Schwangerschaft und zu Beginn des Geburtsgeschehens. Es handelt sich meist um eine leichte Schmierblutung, die in Zusammenhang mit dem Abgehen des Schleimpfropfs am Geburtsbeginn auftritt. Ursache ist die Dehnung und Öffnung der Gefäße am Muttermund.

  • Störungen der mütterlichen Blutgerinnung (unterschiedlich starke Blutungen).

Zudem können auch jederzeit Kontaktblutungen während der Schwangerschaft auftreten.
Bei einer Schwangerschaft besteht eine erhöhte Sensibilität des Gewebes um den Muttermund. So können z.B. bereits nach dem Geschlechtsverkehr oder nach Untersuchungen der Scheide Blutungen auftreten, die in der Medizin als Kontaktblutungen bezeichnet werden. Dieser Zustand wird vor allem dann begünstigt, wenn bei der Schwangeren eine Ektopie vorliegt. Als Ektopie bezeichnet man eine (meist harmlose) Ausstülpung der empfindlicheren Gebärmutterschleimhaut nach außen. Bei Kontaktblutungen handelt es sich im Allgemeinen nur um leichte Blutungen, die weder für Mutter noch für Kind bedrohlich sind. Trotzdem sollte man dies in einer Untersuchung abklären lassen. Diese Art von Blutungen können möglicherweise auch durch bösartige Zellveränderungen am Muttermund auftreten.

Blutungen können aber auch aufgrund einer Vaginalinfektion, einer Infektion des Gebärmutterhalses oder einer Zyste (gutartiger Geschwulst) entstehen. In vielen Fällen ist die genaue Usache nicht zu diagnostizieren.


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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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