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Harnwegsinfektion Schwangerschaft - Ursachen


Mehrheitlich sind Bakterien für die Entzündung verantwortlich

Die Verbindung von der Niere zur Harnblase über die Harnleiter läuft normalerweise nur in einer Richtung, so wie eine Einbahnstraße. In der Schwangerschaft kommt es jedoch zu einigen Veränderungen. Die wachsende Gebärmutter drückt in der Schwangerschaft auf die Harnleiter und das „Ventil" in der Blasenwand dichtet dadurch leider nicht mehr so wie sonst.
Eine weitere wichtige Ursache ist die durch die Schwangerschaftshormone verursachte Erweiterung der Harnwege. Zudem bietet der Urin der Schwangeren bessere Wachstumsbedingungen für Bakterien.

Auslöser sind die gleichen Bakterien wie außerhalb der Schwangerschaft. Diese sind vor allem die Colibakterien (Escherichia coli) aus dem Dickdarm.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird eine Urinprobe auf Eiweiss und Nitrit sowie weiße Blutkörperchen (Leukozyten) untersucht, um eine Harnwegs- und Nierenentzündung frühzeitig zu erkennen.

Normalerweise lassen sich Nierenentzündungen schnell und unproblematisch mit Antibiotika behandeln.

  • Blasenentzündung (Zystitis)
In etwa 70 Prozent der Fälle ist der Auslöser einer Blasenentzündung das Bakterium Escherichia coli. Diese Bakterien sind natürlicherweise im Dickdarm eines jeden Menschen zu Milliarden vorhanden und besiedeln somit von Natur aus den Darm. Aufgrund der relativ kurzen Harnröhre bei Frauen und der engen Nachbarschaft zu Scheide und Darm, dringen die Bakterien relativ einfach in die empfindliche Blase. Durch Geschlechtsverkehr wird das Ganze nur noch begünstigt.

Nach den Wechseljahren schrumpft das Gewebepolster um die Harnröhre durch den Östrogenmangel, damit wird die Barriere für die Krankheitserreger noch geringer.
In der Medizin spricht man auch von einer asymptomatischen Bakteriurie. Es handelt sich dabei um eine Entzündung, die häufig bei Patienten mit Blasenkatheter und zu 5 Prozent bei gesunden Frauen vorkommt. Obwohl sie keinerleri Beschwerden verursacht, muss sie in der Schwangerschaft behandelt werden.

  • Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
Man unterscheidet zwischen einer akuten und chronischen Nierenbeckenentzündung. Bei der akuten Form sind meist aufsteigende Bakterien für die Nierenbeckenentzündung verantwortlich. Bei der chronischen Form ist die Ursache in der Regel ein Harnstau an einer der Engstellen der Harnwege.

  • Akute Nierenbeckenentzündung
Sie entsteht fast immer durch Bakterien, die aus der Blase in Richtung Niere wandern. Der Patient ist daher meistens schon im Vorfeld an einer Blasenentzündung erkrankt. Bei den Bakterien handelt es sich in etwa 90 Prozent der Fälle um Escherichia coli, die wie bereits erwähnt normalerweise im Dickdarm leben. Die Bakterien steigen von der Blase aus durch den Harnleiter zum Nierenbecken hoch. Der Beroffene bemerkt dies jedoch meist nicht, da er zu diesem Zeitpunkt noch keine Beschwerden hat.

Oft ist nur eine Niere betroffen. Dem Erkrankten bleibt somit auch bei schweren Komplikationen noch eine funktionsfähige Niere erhalten, die für einen gesunden Menschen ausreicht. Besonders gefährdet sind schwangere Frauen, da bei ihnen die Harnleiter durch die Wirkung der Hormone erweitert sind, wodurch die Bakterien leichter hochwandern können.
Die Bakterien verteilen sich vom Nierenbecken aus im Nierengewebe (Nierenmark).

Bei einer vorliegenden Infektion werden die Erreger vom Immunsystem erkannt und bekämpft. Zur Bekämpfung der Bakterien wandern weiße Blutkörperchen in die Nieren und es kommt zur Bildung von Eiterherden. Eine gefürchtete Komplikation ist der Übertritt der Bakterien in die Blutbahn, die eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Urosepsis) auslösen kann.

In der Regel heilt eine füh erkannte und rechtzeitig behandelte akute Nierenbeckenentzündung ohne Komplikationen aus. Es bleiben zwar oft Narben zurück, welche aber die Nierenfunktion nicht merklich beeinträchtigen. Ohne eine rechtzeitige Therapie drohen Rückfälle, ein Nierenabszess, Narbenbildung und die Zerstörung der Niere.

« Harnwegsinfektion Symptome einer Harnwegsinfektion in der Schwangerschaft »

Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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