Die Entstehung von Drillingen und höhergradiger Mehrlinge stimmt mit der Entstehung von Zwillingen überein. Man unterscheidet zunächst eineiige Zwillinge (monozygotisch) und zweieiige Zwillinge (dizygotisch). Von den Zwillingspaaren sind lediglich 30 Prozent eineiig. Eineiige Zwillinge haben das gleiche Geschlecht und die gleiche Blutgruppe. Zudem sehen sich diese Zwillinge sehr ähnlich. Eineiige Zwillinge entstehen oft durch einen Zufall bei der Zellteilung, zweieiige hingegen sind oft erblich bedingt.
Eineiige Zwillinge
Teilt sich eine Eizelle nach der Befruchtung in zwei Zellkerne mit identischen Erbanlagen, so entstehen eineiige Zwillinge. Diese unterteilt man nochmals in:
- Dichorial-diamniote Zwillingsschwangerschaft
Findet die Teilung innerhalb der ersten drei Tage statt, so nisten sich zwei Keimblasen in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die Embryonen entwickeln sich nebeneinander. Jeder Zwilling befindet sich in seiner eigenen Frucht- und Chorionhöhle (diamnitorisch und dichorisch) und ist über eine eigene Plazenta mit der Mutter verbunden.
Diese Form der Schwangerschaft ist mit etwa 70 von 100 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen die häufigste Form.
- Monochorial-diamniote Zwillingsschwangerschaft
Findet dagegen die Teilung erst nach dem vierten Tag statt, so bilden sich in diesem Fall nur ein Chorion und zwei Fruchthöhlen aus (monochorsich und diamniotisch). Beide Kinder werden von der Mutter über dieselbe Plazenta versorgt.
Sie kommt bei etwa 30 von 100 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen vor.
- Monochorial-monoamniote Zwillingsschwangerschaft
Erfolgt eine Teilung erst nach dem achten Entwicklungstag, so hat dies zur Folge, dass sich beide Embryonen in derselben Chorion- und Fruchthöhle (monochorisch und monoamniotisch) entwickeln. Auch in diesem Fall werden beide Kinder über eine einzige Plazenta von der Mutter versorgt. Zudem besteht hier keine Trennwand aus Eihäuten. Sie kommt bei etwa 1 von 100 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen vor.
- Siamesische Zwillinge (unvollständige Trennung)
Bei einer Teilung, die erst nach dem 12. bis 14. Tag der Entwicklung erfolgt, entsteht eine besondere Form der eineiigen Zwillinge, die so genannten siamesischen Zwillinge. Es handelt sich hierbei um eine Fehlentwicklung, bei der beide Föten miteinander verbunden bleiben. Die Kinder sind durch eine unvollständige Teilung des Embryoblasten an ein oder mehreren Körperteilen zusammengewachsen. Dieser Zustand kommt bei etwa einer von insgesamt 45.000 Geburten vor. Am häufigsten kommen Verwachsungen im Bereich des Brustbeins vor. Solche Kinder sollten möglichst schnell nach der Geburt durch eine Operation voneinander getrennt werden.
Zweieiige Zwillinge
Werden zwei Eizellen, die ungefähr zur gleichen Zeit heranreifen befruchtet, so entstehen hier zweieiige Zwillinge. Hierbei werden die Eizellen von zwei unterschiedlichen Spermien befruchtet. Die Kinder können sich in gleichem Maße, wie jedes andere Geschwisterpaar voneinander unterscheiden. Das bedeutet auch, dass sie nicht zwangsläufig das gleiche Geschlecht haben müssen. Mit zunehmendem Alter der Mutter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, zweieiige Zwillinge zu bekommen.
Bei einer In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung) werden in die Gebärmutter einer Frau jeweils mehrere befruchtete Eizellen eingesetzt, aus denen Mehrlinge entstehen können. Diese sind stets zweieiig.
Drillinge, Vierlinge und Mehrlinge
Mehrlingsschwangerschaften können aus verschiedenen Kombinationen eineiiger und zweieiiger Kinder bestehen.
Kommt es z.B. nach der Zwillingsbildung nochmals zu einer Teilung, entstehen Drillinge.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.