Eine Placenta praevia ist eine Schwangerschaftskomplikation, bei der sich der Mutterkuchen im unteren Teil der Gebärmutter befindet. Er ist dabei ganz oder zum Teil dem inneren Muttermund vorgelagert.
Man spricht erst ab der 24. Schwangerschaftswoche von einer Placenta praevia, da in der frühen Schwangerschaft noch ein „nach oben Ziehen" des Mutterkuchens durch die Dehnung der Gebärmutter möglich ist.
Diese Komplikation liegt bei etwa einer von 200 Schwangeren vor.
Man kann die Placenta praevia in folgende Unterformen unterteilen:
- Tief sitzende Plazenta - der Mutterkuchen liegt hier zwar im unteren Teil der Gebärmutter (unteres Uterinsegment), verlegt aber den Muttermund nicht. Eine vaginale Geburt ist also problemlos möglich.
- Placenta praevia marginalis - dabei berührt der untere Rand der Plazenta den Muttermund, verdeckt ihn aber nicht, sodass das Kind auch auf natürlichem Weg geboren werden kann
- Placenta praevia partialis - der Muttermund wird zum Teil von der Plazenta verlagert. Eine vaginale Geburt ist in diesem Fall nicht mehr möglich, sodass das Baby durch Kaiserschnitt geboren werden muss
- Placenta praevia totalis - die Plazenta verlegt den Muttermund vollständig. Der Geburtskanal ist blockiert und eine Kaiserschnitt-Entbindung ist deshalb unumgänglich. Die Häufigkeit einer Placenta praevia totalis liegt bei etwa 20%.
Trotz heutzutage guter Möglichkeiten Placenta praevia mittels Ultraschall zu erkennen, sterben immer noch Kinder aufgrund unentdeckt gebliebener Placenta praevia. Auch die Sterblichkeitsrate der Mütter unter der Geburt ist dabei stark erhöht.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.