Chorionzotten sind Zellen, die den kindlichen Teil des Mutterkuchens bilden und über den der Stoffaustausch mit der Mutter erfolgt. Die Chorionzottenbiopsie kann ab der 10. Schwangerschaftswoche (günstigter Zeitpunkt) durchgeführt werden. Wie bei der Fruchtwasseruntersuchung führt man auch hier eine dünne Hohlnadel über die Bauchdecke in die Gebärmutter ein. Es gibt zwei Methoden zur Gewinnung der Zellen aus dem Mutterkuchen:
Unter ständiger Ultraschallkontrolle wird eine dünne Hohlnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren gestochen und bis in die Plazenta eingeführt. Es wird eine Gewebeprobe entnommen, die im Labor entsprechend analysiert wird.
Hier wird im Umterschied zur transabdominalen Methode, keine Hohlnadel durch den Bauch gestochen, sondern ein dünner Katheter durch die Scheide und den Gebärmuttermund in die Plazenta geschoben. Aufgrund der hohen Komplikationsrate wird diese Methode jedoch heute nicht mehr eingesetzt.
Die Zellen werden nach Entnahme im Labor entsprechend aufbereitet und analysiert. Normalerweise liegen die Ergebnisse der Kurzzeitkultur nach ein bis zwei Tagen vor. Dagegen liegen die Ergebnisse der Langzeitkultur erst nach zwei bis drei Wochen vor und sollten auch unbedingt abgewartet werden, da sich noch in wenigen Fällen Änderungen ergeben können.
Mit dieser Untersuchung können folgende Diagnosen festgestellt werden:
- Chromosmenveränderungen, z.B. Trisomie 21
- Erbkrankheiten
- Bestimmte Stoffwechselkrankheiten
- Infektionserreger
Die Gefahr einer Fehlgeburt liegt bei der Chorionzottenbiopsie bei etwa 1-1,5 Prozent.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.