Leider empfehlen viele Frauenärzte die Pränataldiagnostik den Schwangeren aus wirtschaftlichen Gründen immer häufiger. Meist wird sie den Schwangeren ohne sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen. Sie birgt jedoch immerhin das Risiko, ein gesundes Kind durch Fehlgeburt zu verlieren.
Laut Mutterschaftsrichtlinien wird eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft, wenn sich aus der Krankengeschichte der Mutter insbesondere folgende Daten ergeben:
- Schwere Erkrankungen der Mutter wie Nieren- oder Lebererkrankungen
- Starkes Übergewicht der Mutter
- Vorausgegangene Sterilitätsbehandlungen
- Wiederholte Fehl-, Früh-, oder Totgeburten
- Vorausgegangene Entbindungen von Kindern über 4000 g Geburtsgewicht
- Geburt geschädigter oder mangelentwickelter Kinder (small for date babies)
- Schwere Komplikationen bei vorangegangenen Entbindungen, z.B. Plazenta praevia, Nachgeburtsblutungen oder Gerinnungsstörungen.
- Mehrlingsgeburten
- Operationen an der Gebärmutter
- Erstgebärende unter 18 Jahren oder über 35 Jahren
- Vielgebärende (mehr als vier Kinder)
- Mehrgebärende über 40 Jahren
Treten während der aktuellen Schwangerschaft Komplikationen wie Präeklampsie oder drohende Frühgeburt auf, so wird die laufende Schwangerschaft ebenfalls als Risikoschwangerschaft eingestuft.
Zusätzliche Untersuchungen sind also nur dann notwendig, wenn eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird und ein überdurchschnittlich hohes Risiko besteht, ein erkranktes oder behindertes Kind auf die Welt zu bringen und die Eltern den Wunsch äußern, dies bereits während der Schwangerschaft klären zu wollen.
Diese Erkenntnis stellt jedoch eine erhebliche emotionale Belastung für die Eltern dar, da womöglich dadurch die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung im Raum steht.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.