In vielen Fällen ist eine Kinderlosigkeit mit medizinischen Fakten allein nicht zu erklären. Häufig spielen psychische Einflüsse und belastende Lebensumstände eine entscheidende Rolle für die Entstehung einer Sterilität. Vielen Paaren mit Kinderwunsch kann allein durch eine Psychotherapie bereits geholfen werden.
Psychischer Stress kann sich durch vielfältige körperliche Symptome äußern, die sich auch auf das Sexualverhalten und den weiblichen Zyklus niederschlagen können. Beispiele für solche psychosomatischen Störungen sind:
Als Vaginismus wird ein Scheidenkrampf bezeichnet, bei dem sich der Beckenboden sowie das äußere Drittel der Vaginalmuskulatur schmerzhaft zusammenziehen und verkrampfen. Diese schmerzhaften Krämpfe treten meist beim Versuch Geschlechtsverkehr zu haben auf. Der vaginale Geschlechtsverkehr wird somit für die betroffenen Frauen als sehr schmerzhaft empfunden, was die Zeugung eines Kindes meist erschwert oder gar unmöglich macht.
Es können zwei Arten von Vaginismus unterschieden werden: Ein Primärer Vaginismus besteht, wenn eine Frau schon während der Pubertät Schwierigkeiten hatte, einen Tampon einzuführen oder sich gynäkologisch untersuchen zu lassen. Unter sekundärem Vaginismus leiden Frauen, die erst nach einer Operation oder nach einer Geburt unter dem schmerzhaften Scheidenkrampf leiden. Vaginismus gehört zu den sexuellen Funktionsstörungen, genauer gesagt, zu Schmerzstörungen.
Er ist oft organisch mitbedingt, kann aber auch rein psychisch bedingt sein. Mögliche Therapien sind ein Training mit so genannten Vaginaldilatoren (Gerät zur Desensibilisierung, also zum Gewöhnen an das Einführen in die Scheide), Biofeedback und Beckenbodentraining.
Bis zu sechs Prozent der Fälle ungewollter Kinderlosigkeit sind durch Essstörungen verursacht. Sowohl starkes Übergewicht als auch Untergewicht können der Auslöser einer Sterilität sein, da der körperfettanteil einen starken Einfluss auf die Hormonproduktion ausübt. Ein frühzeitiges Vorbeugen von Essstörungen wie Bulimie, Magersucht und auch Adipositas (Fettsucht) können die Entstehung einer Sterilität unter Umständen verhindern.