Es ist oft nützlich für eine Schwangerschaft, wenn Frauen den Zeitpunkt ihres Eisprungs kennen. Eine Eizelle kann bis etwa 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden. Spermien überleben im Körper der Frau bis zu fünf Tage. Der optimale Zeitraum für Geschlechtsverkehr beginnt also zwei Tage vor dem Eisprung und endet einen Tag danach.
Wer zuvor orale Kontrazeptiva, also die „Pille", eingenommen hat, braucht in der Regel einige Monate länger, um schwanger zu werden. Aber auch ohne Verhütung liegt die Chance bei gesunden Paaren mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr pro Monat lediglich bei etwa 25 Prozent überhaupt schwanger zu werden. Wartezeiten bis zu einem Jahr sind daher noch normal.Das beste Alter um schwanger zu werden, liegt für Frauen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Ab etwa 30 sinkt die Fruchtbarkeit leicht, ab 35 deutlich ab. Frauen über 45 haben nur noch sehr geringe Chancen auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Wie lange eine Frau Kinder bekommen kann, hängt im Wesentlichen vom Depot der Eizellen in den Eierstöcken ab. Während eine Frau bei ihrer Geburt über eine Million unreifer Eizellen verfügt, sinkt die Anzahl dieser Zellen bis zum 37. Lebensjahr auf etwa 25 000.
Die Anzahl der beschädigten Eizellen mit Chromosomenschäden nimmt hingegen immer mehr zu. Trotzdem entschließen sich immer mehr Frauen erst ab 30 für ein Kind. Einen Hauptgrund hierfür sieht man in den generell längeren Ausbildungszeiten und veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Frauen von heute. Nicht selten folgt der Gang in ein Zentrum für künstliche Befruchtung (Reproduktionsmedizin).
Männern sind hingegen im Prinzip bis zu ihrem Lebensende zeugungsfähig. Allerdings verringert sich auch Anzahl der befruchtungsfähigen Spermien ab dem 40. Lebensjahr. Ein weiteres Problem sind die im Alter immer häufiger auftretenden Erektionsstörungen.
Im menschlichen Gehirn befinden sich die wichtigsten Steuerungszentren zur Fortpflanzung. Sie reagieren sehr sensibel auf äußere Einflüsse. Ständiger Druck am Arbeitsplatz oder Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, Partnerschaftskonflikte, Prüfungen sowie Todesfälle in der Familie sind Stressfaktoren, die bei einer Frau zu Zyklusstörungen führen können.
Stress kann den Eisprung unterdrücken und beim Mann die Samenproduktion hemmen, auch wenn die Anzahl der Spermien schwer nachzuweisen ist. Natürlich lässt sich Stress häufig nicht vermeiden. Es ist jedoch wichtig, durch körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Entspannung einen Ausgleich zu schaffen.
Oft entsteht für Paare durch den unerfüllten Kinderwunsch eine große emotionale Belastung. Beide Partner sind frustriert, wenn keine Schwangerschaft eintritt. Diese negative Stimmung und der immer weiter steigende Erwartungsdruck sorgen für anhaltenden Stress und innere Unruhe.
Sowohl ein starkes Untergewicht als auch hohes Übergewicht führt häufig zu Fruchtbarkeitsproblemen. Wenn dem Körper weniger Kalorien zugeführt werden, als er benötigt, verlangsamt der Organismus die Verbrennung von Nährstoffen. Nicht unbedingt lebensnotwendige Körperfunktionen, beispielsweise die Fortpflanzungsfähigkeit, werden gedrosselt. Bereits nach zwei Wochen ohne feste Nahrungszunahme kann der Monatszyklus ganz aussetzen.
Bei stark übergewichtigen Frauen gerät hingegen der Östrogenhaushalt durch die Östrogenproduktion der Fettzellen durcheinander. Dieser Überschuss an Sexualhormonen reduziert ebenfalls die Fruchtbarkeit. Auch die Art und die Zusammensetzung der Nahrung spielt eine wichtige Rolle beim Schwanger werden. Eine sehr kohlenhydratreiche, vegetarische Diät führt häufiger zu Zyklusstörungen als ausgewogene Kost, wie beispielsweise die mediterrane Küche. Ob bei Männern die Fortpflanzungsfähigkeit ebenfalls durch das Körpergewicht und entsprechende Ernährung beeinflusst wird, ist bisher noch unklar.
Bei Männern kann sich starke Hitze beziehungsweise eine Überhitzung der Hoden wie beispielsweise durch intensiven Radsport oder das Tragen enger Jeans, negativ auf die Samenproduktion und die Samenqualität auswirken. Auch bei Frauen kann Leistungssport beziehungsweise andauernde intensive und körperliche Anstrengung, das Ausbleiben des Eisprungs zur Folge haben. Auch ein ständig hoher Lärmpegel scheint die Fruchtbarkeit der Frau negativ zu beeinflussen. Industrieschadstoffe und Umweltgifte wie Schwermetalle oder Pestizide schädigen prinzipiell ebenfalls die Fruchtbarkeit.
Ein hoher Alkoholkonsum verändert die Fruchtbarkeit sowohl von Männern als auch von Frauen. Frauen, die unter einer Alkoholsucht leiden, haben häufig Zyklusstörungen, während sich bei Männern neben der Potenz auch die Spermienproduktion und die Spermienbeweglichkeit vermindert. Die Störungen normalisieren sich jedoch nach dreimonatiger Alkoholabstinenz.
Rauchen kann bei Männern die Spermienanzahl und deren Beweglichkeit vermindern. Bei Frauen verringert sich durch zu starkes Rauchen die Empfängnisrate, zudem steigt das Risiko von Fehlgeburten (Abort). Nach mehrwöchiger Raucherentwöhnung kann sich die Situation jedoch wieder erheblich verbessern.