Es gibt auch noch den anderen Weg, mit dem unerfüllten Kinderwunsch umzugehen. Dieser besteht darin, die Tatsache der Kinderlosigkeit anzunehmen und den unerfüllten Kinderwunsch zu akzeptieren. Die Erkenntnis, keine Kinder zu bekommen löst natürlicher Weise eine gewaltige Trauerreaktion aus.
Jedoch sind erwiesener Maßen auf lange Sicht Paare ohne Kinder keineswegs unglücklicher oder gar kränker als Paare mit Kindern. Dieses auf den ersten Blick verwunderliche Ergebnis wird verständlich, wenn man bedenkt, dass es gerade unsere Gesellschaft gewaltige Anforderungen an die Eltern stellt, die ein Kind großziehen.
Und dies noch dazu in einer Zeit, in der die Unterstützung durch Großeltern und eine Großfamilie so gering ist wie nie zuvor.
Mit dem Beginn der Trauer kommt meist ein Verarbeitungsprozess in Gang.
Dieser Prozess der Trauer ist allerdings sehr schwer zu bewältigen, da der Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit nicht fassbar ist.
Denn wie soll ein nicht gezeugtes Kind betrauert werden?
Es handelt sich hier um den Verlust der Fruchtbarkeit, die auf Sexualität und Selbstwertgefühl Einfluss nimmt, um den Verlust des Erlebens einer Schwangerschaft und um den Verlust der familiären Kontinuität. Häufig erfolgt die Trauer beim unerfüllten Kinderwunsch nicht öffentlich. Von unfruchtbaren Frauen erwartet die Gesellschaft eine schnelle Neuorientierung.
Die Problematik wird häufig nicht ernst genommen.
Auf diese Phase der Trauer folgt in der Regel die Akzeptanz. Sie beendet die Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Lethargie und es kommt zu neuen Entscheidungen und Lebensperspektiven. Wenn neuer Mut gefasst wird, können die betroffenen Paare es schaffen, den Kinderwunsch immer mehr in den Hintergrund treten zu lassen.