Gerade in den letzten Jahren haben immer mehr Paare wegen einer Sterilität, also eines unerfüllten Kinderwunsches, Rat und Hilfe in Spezialpraxen oder reproduktionsmedizinischen Zentren gesucht. Die exakten Ursachen für die zunehmende Häufigkeit einer Sterilität, kann jedoch noch nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Es steht allerdings fest, dass ganz unterschiedliche Faktoren die Reproduktionsfähigkeit von Frauen und Männern beeinträchtigen können. Aus den Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass Frauen heute im Durchschnitt wesentlich später eine feste Partnerschaft eingehen und demzufolge auch meist später ihr erstes Kind bekommen möchten. Die Anzahl der Frauen, die erst nach dem 30. Lebensjahr schwanger werden, hat sich in den letzten zehn Jahren bereits verdoppelt.
Mittlerweile haben mehr als 10 Prozent der neugeborenen Kinder eine Mutter, die älter als 35 Jahre ist. Besonders bei Frauen nimmt jedoch mit zunehmendem Alter die Fruchtbarkeit immer mehr ab, was zunehmend zu unerfüllten Kinderwünschen führt.
Auch die Zahl der Männer, die unter Fruchtbarkeitsstörungen leiden nimmt offenbar zu.
Neben organischen Erkrankungen können möglicherweise andere Lebensgewohnheiten, ein Wandel der Arbeitsbedingungen, der Ernährung und Veränderungen der Umwelt Faktoren sein, die zu einer Verminderung der Zeugungsfähigkeit von Männern beitragen.
Viele wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich damit, diese Vermutungen zu bestätigen. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch bis heute nur vage. Reproduktionsmediziner betonen aber, dass sich eine genaue Abklärung der Fruchtbarkeitsstörung vor der Festlegung einer Therapie sehr positiv auf den weiteren Verlauf der Behandlung auswirken kann.
Die Untersuchungen zur Abklärung können im Einzelfall möglicherweise sehr komplex und zeitaufwendig sein. Sie bilden jedoch die Grundlage und die Voraussetzung für eine gezielte Behandlung mit möglicherweise größeren Erfolgschancen.