Während ein Teil der Ärzteschaft das Verhalten von Orthorektikern lediglich als übertriebene Marotte abtut, sieht der andere Teil in der permanenten Beschäftigung mit dem Essen eine Vorstufe der Magersucht oder gar eine psychische Zwangserkrankung.
Orthorektisches Verhalten könnte zum einen als Bewältigungsstrategie für einen tief in der Psyche verankerten Konflikt gesehen werden.
Zum anderen liegt der Orthorexie oft ein Persönlichkeitsproblem zugrunde, das von den Betroffenen durch die ständige Beschäftigung mit der Ernährung ausgeblendet werden kann.
Die Hauptursache für das Verhalten der Orthorektiker sehen Mediziner in dem Bedürfnis, wenigstens einen Lebensbereich zu kontrollieren. Oft sind bei den Betroffenen in Partnerschaft, Beruf oder Familie für sie nicht mehr kontrollierbare Probleme entstanden.
Die Kontrolle ihrer eigenen Lebens- und Ernährungsweise stellt somit eine Art Rettungsanker dar. Ängste und Verringerungen des Selbstwertgefühls können durch die übetriebene Beschäftigung mit dem Essen kompensiert werden.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.