In der Diagnose des metabolischen Syndroms spielt besonders der Bauchumfang eine große Rolle. Für das Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden hat nicht nur das Übergewicht an sich, sondern auch die Fettverteilung im Körper eine große Bedeutung. Lagert sich das Körperfett besonders im Bauchraum und um die inneren Organe an, bring dies einen großen Nachteil für den Betroffenen mit sich.
Dieses Bauchfett, auch intraabdominales oder viszerales Fettgewebe genannt, ist besonders Stoffwechselaktiv und beeinflusst so den Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel im Körper. Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) oder eine Fettstoffwechselstörung können die Folge sein.
Die Messung des Bauchumfangs ist deshalb ein einfaches Mittel, um das Risiko für ein metabolisches Syndrom abschätzen zu können.
Ab einem Taillenumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern wird von einer erhöhten Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgegangen.
In Deutschland haben etwa 30-40% der Bevölkerung einen zu großen Bauchumfang.
Zur Abschätzung des Risikos an Diabetes mellitus zu erkranken wird oft der Nüchternblutzucker bestimmt, also der Zuckerspiegel im Blut vor den Mahlzeiten. Dieser Wert ist jedoch oft ungeeignet, da er nur Erhöht ist, wenn bereits ein Diabates Mellitus vorliegt.
Eine bessere Orientierung gibt der sogenannte orale Glucose-Toleranztest (OGTT). Dazu wird dem Patienten zunächst eine Zuckerlösung zu trinken gegeben und daraufhin ach ein , zwei und drei Stunden der Blutzuckerwert bestimmt.
Auch bei Gesunden steigt der Blutzucker nach den Mahlzeiten an, sollte jedoch nach zwei Stunden wieder auf Normalwerte abgefallen sein. Beim Vorliegen einer Insulinresistenz oder gar eines Diabetes mellitus ist er jedoch auch 120min nach der Aufnahme von Traubenzucker noch erhöht.
In einer Untersuchung des Blutes kann außerdem bestimmt werden, ob die Blutfette erhöht sind. Anhand der Leberwerte lässt sich außerdem abschätzen, ob die Leber durch den Anstieg der Blutfettwerte bereits geschädigt wurde.
Differentialdiagnose
Auch wenn bei Übergewichtigen Patienten mit den oben genannten Symptomen die Diagnose des metabolischen Syndroms naheliegt, sollte ausgeschlossen werden, dass Bluthochdruck beziehungsweise Diabetes mellitus nicht auf andere Ursachen zurückgeführt werden können.
Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenfunktionsstörungen können beispielsweise ebenfalls eine Hypertonie auslösen.
Ein Diabetes mellitus kann sich auch aufgrund einer Autoimmunerkrankung entwickeln. In diesem Fall wird vom Diabetes mellitus Typ I gesprochen.
Erst wenn schwerwiegende Erkrankungen als Auslöser ausgeschlossen wurden, kann das metabolische Syndrom mit Sicherheit diagnostiziert und behandelt werden.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.