Proteine als wichtiger Baustein des Lebens sollten täglich über eine ausgewogene Nahrung aufgenommen werden. Als Faustregel gilt etwa 1g pro Kilogramm Körpergewicht. In der Regel wird eine ausreichende Versorgung über einen breit gefächerten Speiseplan gesichert. Ernährt man sich allerdings sehr proteinarm, dann kommt es zu einem Eiweißmangel, der unter Umständen weit reichende Folgen haben kann. Gerade in Bezug auf zahlreiche Diätformen kann es durchaus sein, dass in den angegebenen Richtlinien oder auch Speiseplänen eiweißhaltige Nahrungsmittel fast gänzlich ausgeschlossen oder gar verboten sind. Einmal davon abgesehen, dass Proteine überlebenswichtig sind, birgt der Verzicht keinen Nutzen, sondern ein recht hohes gesundheitliches Risiko. Mag am Anfang solch einer proteinfreien Phase der Körper noch aus seinen Vorräten zehren können, wird er sich nach der Leerung des körpereigenen Depots sehr schnell an die noch vorhandenen Eiweißvorräte in den Muskeln und im Gewebe heranmachen, um den Organismus am Laufen zu halten. Doch übergeht man auch diese Phase, dann können sich sehr kritische Zustände an der Gesundheit einstellen. Neben einer eiweißarmen Diät kann auch ein Mangel an Proteinen entstehen, wenn man über einen längeren Zeitraum unter hohem Fieber leidet, da Proteine sich bei Hitzeeinwirkung verändern, sprich denaturieren und in ihrer ursprünglich Form verloren gehen. Ein sehr gutes Beispiel für diesen Vorgang ist das gekochte Ei. In rohem Zustand zeigt sich das Eiweiß sehr flüssig, doch nach dem Kochen verändert es seine Struktur, wird hart und statt fast durchsichtig weiß. Diese Veränderung lässt sich nicht mehr rückgängig machen.
Zu den am häufig vorkommenden Folgen gehören Haarausfall, der Eiweißmangelerkrankung Kwashiorkor, Wachstumsstörungen, Muskelschwäche, Fettleber und Marasmus. Da die Haare aus etwa 97-100 Prozent Proteinen, dem Keratin, bestehen, verursacht ein Eiweißmangel den Verlust der Haare. Bei der Mangelerkrankung Kwashiorkor entsteht ein so genannter Hungerbauch, der durch eine verstärkte Wassereinlagerung, auch Ödeme genannt, hervorgerufen wird. Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen, eine ständige Muskelschwäche, eine entstehende Fettleber oder gar bei sehr langem Eiweißmangel der Tod durch die Erkrankung Marasmus (alle Eiweiß- und Energiereserven werden vom Körper aufgebraucht) sollten eine konsequente Proteinversorgung als eine der obersten Ernährungsprinzipien beinhalten. Allerdings gibt es viele Menschen, und besonders Kinder, die der Gedanke an Milch und Milchprodukte eine Gänsehaut hervorrufen, und sich deshalb vehement dagegen wehren auch nur einen Hauch von Jogurt oder Käse zu essen. Hier heißt es dann sehr erfindungsreich zu werden und neben dem Durchprobieren verschiedener Lebensmittel nach Alternativen im Bereich Gemüse, Fleisch und Obst umzusehen.