Bei einem Hausbesuch sollte zumindest ein Angehöriger des Patienten vor Ort sein. Um die Anamnese (Befragung durch den Arzt) zu erleichtern, sollten Unterlagen und Befunde sowie vom Patienten eingenommene Medikamente griffbereit liegen. Für gute Lichtverhältnisse am Ort der Untersuchung und Behandlung sollte gesorgt werden. Der Patient sollte gegebenenfalls notwendige Hörgeräte tragen. Es sollte z. B. das Essen nicht mehr beim Patienten stehen, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.
Wird der Arzt notfallmäßig zu einem Patienten gerufen, so sind einige Dinge zu beachten. Der Patient oder seine Angehörigen sollten Auskunft geben können über die Beschwerden und deren Auftreten, das Alter des Patienten und den sonstigen Gesundheitszustand beziehungsweise Vorerkrankungen. Auch kann bereits am Telefon die Auskunft über Medikamente wichtig werden.
Offensichtlicher Vorteil von Hausbesuchen ist, dass der Patient auch erreicht werden kann, wenn er nicht in die Arztpraxis kommen kann. So können auch alte, schwache Patienten vom Arzt untersucht und behandelt werden. In ländlichen Gegenden müssen Hausbesuche öfter als in größeren Städten vorgenommen werden.
Der Arzt erlebt den Patienten in seinem gewöhnlichen sozialen und häuslichen Umfeld. Der Arzt kann sich ein deutliches Bild von den Lebensumständen des Patienten machen. Er sieht, ob die Hygienebedingungen gut sind, die Medikamente richtig eingenommen werden können, ein Alkoholismus besteht oder der Patient inkontinent ist (keinen Harn oder Stuhl zurückhalten kann).
Besonders auf dem Land ist der Hausbesuch für die Erstversorgung von Notfallpatienten gut, weil der Hausarzt oft einen nicht so weiten Weg zurücklegen muss wie Notarzt und Krankenwagen.
Beim Hausbesuch sind die Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten im Verhältnis zur Praxis geringer. Der Arzt hat nur eine begrenzte Menge an Instrumenten und Materialien bei sich. Durch das Umfeld sind die Bedingungen (Licht, Hygiene, Ablageflächen) für die Diagnostik und Behandlung nicht optimal. Die Angehörigen oder das Pflegepersonal können den Ablauf stören, aber wiederum auch hilfreich sein. Es gilt, dass, wenn möglich, besser eine normale Behandlung in der Praxis durchgeführt werden sollte als ein Hausbesuch. Oftmals ist dies jedoch nicht möglich.
Der Druck für den Arzt kann zudem in bestimmten Situationen hoch sein. Das kann vor allem bei dringlichen Fällen gelten, wenn mehrere Hausbesuche gleichzeitig auf den Arzt zukommen oder in ungünstige Zeiten fallen.