Aufgrund der Vielzahl von Risiken muss - auch damit der Patient keine falschen Ängste entwickelt oder mit der Entscheidung überfordert wird - nicht über alle denkbaren Risiken aufgeklärt werden. Grundsätzlich kann der Arzt auch annehmen, dass dem Patienten gewisse Risiken bekannt sind. So ist es etwa selbstverständlich, dass jede Operation ein Infektionsrisiko beinhaltet. Der Arzt muss darauf nicht speziell hinweisen. Es genügt daher, wenn die allgemeinen, normalen Risiken des jeweiligen Eingriffs dargestellt werden. Ganz seltene Risiken, deren Eintritt nur äußerst unwahrscheinlich ist, muss er nicht erwähnen. Auch hier kann es aber Ausnahmen geben. Bei einer Bluttransfusion ist das Risiko mit AIDS infiziert zu werden vielleicht gering. Es ist aber eine typische Gefahr eine Transfusion und hat für den Patienten schwerwiegende Folgen. Deshalb gehört auch diese Gefahr zu den Umständen, die erwähnt werden müssen.