Das Hagelkorn entsteht durch die Verlegung einer bestimmten Drüsenart am Augenlid und die darauffolgende Entzündungsreaktion.
Die Meibom-Drüsen (Glandulae tarsales) sitzen am Lidinnenrand und produzieren Talg, der auf die Oberfläche des Auges abgegeben wird. Über Nacht trocknet dieses Sekret manchmal ein und sammelt sich am Augenrand. Im Volksmund wird dieses Phänomen als „Schlafsand" bezeichnet. Das Sekret der Meibom-Drüsen bildet einen kleinen Teil der Tränenflüssigkeit. Zum größten Teil besteht Tränenflüssigkeit aus Wasser und hat die Aufgabe, das Auge vor dem Austrocknen zu bewahren und kleine Unebenheiten auszugleichen. Die Flüssigkeit wird von Tränendrüsen im Augenlid gebildet und durch den Lidschlag gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt. Die Aufgabe des Talgs, den die Meibom-Drüsen bilden, besteht darin, die schnelle Verdunstung der Tränenflüssigkeit zu verhindern. Talg besteht zum Großteil aus fettigen Verbindungen, die sich schützend auf den flüssigen Tränenfilm legen und selbst nicht verdunsten können.
Das Hagelkorn entsteht durch den Verschluss dieser wichtigen Drüsen und erscheint als meist schmerzlose knotige Verdickung des Augenlids. Es handelt sich hierbei um eine chronische Entzündung, die weder durch Bakterienbefall noch durch eitrigen Inhalt gekennzeichnet ist.
Letzte Aktualisierung am 17.03.2009.