Eine Blutzuckermessung ist sehr einfach durchführbar. In der Regel erfolgt sie mit einem Schnelltest, bei dem die Patienten lediglich einen kleinen Tropfen Blut abgeben müssen.
In der Regel wird dieser Tropfen aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen durch einen kleinen Stich gewonnen. Er wird auf einen Teststreifen aufgetragen und mit einem elektronischen Blutzuckermessgerät analysiert. Das Gerät zeigt dann den exakten Wert der Glukosekonzentration im Blut an.
Durch die einfache Handhabung der Messgeräte kann die Untersuchung zur Selbstkontrolle des Blutzuckers von Diabetikern selbst durchgeführt werden. Es ist jedoch auch möglich, den Blutzucker mit so genannten enzymatischen Methoden zu bestimmen. Hierzu muss das Blutserum des Patienten im Labor mit verschiedenen Enzymen vermischt werden.
Diese setzen die im Blut enthaltene Glukose in andere Substanzen um, die dann anhand eines Farbumschlags gemessen werden können. Diese enzymatische Blutzuckermessung ist ein sehr exaktes Verfahren, hat jedoch den Nachteil, dass sie wesentlich aufwendiger und auch teurer ist, als die elektronische Methode.
Bei wem muss der Blutzucker gemessen werden?
Die Messung des Blutzuckers ist auch bei Gesunden in regelmäßigen Abständen sinnvoll, da Zuckerkrankheit im frühen Stadium oft keine Beschwerden bereitet und somit vom Betroffenen nicht bemerkt wird. Der ist leicht durchführbar und kann dazu beitragen, dass ein Diabetes mellitus bereits früh erkannt und behandelt werden kann.
Im Allgemeinen gilt, dass bei Personen ab einem Alter von 45 Jahren der Blutzucker gemessen werden sollte. Ist die Messung unauffällig, sollte sie etwa alle drei Jahre wiederholt werden.
Auch bei jüngeren Menschen kann eine Blutzuckermessung notwendig sein, wenn eines oder mehrere der folgenden Merkmale vorliegen:
- Übergewicht bei einem Body-Mass-Index (BMI) über 27kg/m2
- Ein Verwandter ersten Grades (Vater, Mutter, Bruder oder Schwester) leidet bereits an Diabetes mellitus
- Nach der Geburt eines Kindes mit hohem Geburtsgewicht über 4,5kg
- Auftreten eines Diabetes mellitus während der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes)
- Vorliegen einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck)
- Erkrankung an einer koronaren Herzkrankheit (KHK)
- Vorliegen einer Fettstoffwechselstörung mit zu hohen LDL-Cholesterin-, oder Triglycerid- Werten beziehungsweise zu niedrigem HDL-Cholesterin
- Vorab festgestellten erhöhten Blutzuckerwerten
Es ist außerdem wichtig, dass bei erhöhten Blutzuckerwerten zunächst alle anderen Erkrankungen ausgeschlossen werden, die eine Erhöhung der Glukose im Blut verursachen können. Erst dann kann die Diagnose eines Diabetes mellitus gestellt werden.
Was muss bei der Bestimmung des Blutzuckers beachtet werden?
Der Blutzuckerwert unterliegt im Tagesverlauf starken Schwankungen, da er sehr stark von der Nahrungsaufnahme beeinflusst wird. Es ist deshalb sinnvoll, den Blutzuckerspiegel zu messen, wenn der Patient nüchtern ist, also etwa 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit. Dieser Zeitabstand zwischen der Nahrungsaufnahme und der Blutzuckermessung ist wichtig, da beispielsweise kohlenhydratreiche Mahlzeiten, wie Nudelgerichte, den Blutzuckerspiegel bis auf Werte um 200mg/dl anheben können.
Trotz dieser hohen Werte muss der Betroffene nicht zuckerkrank sein, da bei Gesunden in solchen Fällen das Hormon Insulin die Glukosekonzentration sehr schnell wieder senken kann.
Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.