Die Diagnose des Diabetes mellitus beruht auf der individuellen Vorgeschichte des Patienten, den typischen klinischen Befunden der Erkrankung sowie der Labordiagnostik.
Während beim Diabetes mellitus Typ I meist ausgeprägte klinische Symptome bestehen,
haben die Typ II Diabetiker meist nur diskrete Symptome und die Diagnose wird häufig zufällig im Rahmen von Routineuntersuchungen gestellt.
Der wichtigste Labortest in der Diagnose des Diabetes mellitus ist die Bestimmung des Blutzuckers. Dieser sollte nüchtern gemessen werden und beim Gesunden einen Wert von 126mg/dl nicht überschreiten. Treten in der Blutzuckermessung mehrmals erhöhte Werte auf, sollte ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt werden, der einen besseren Aufschluss über die Verwertung der Kohlenhydrate geben kann. Im Falle des Gestationsdiabetes wird empfohlen, diesen in der 24.-48. Schwangerschaftswoche durchzuführen, bei verdächtigen Symptomen auch schon früher.
In der weiteren Diagnostik kann zusätzlich eine Urinzuckermessung vorgenommen werden, die mit einem Teststreifen einfach durchführbar ist. Sie sollte auch bei bereits festgestelltem Diabetes mellitus etwa ein bis zwei Mal pro Jahr routinemäßig erfolgen.
Auch die Messung so genannter Ketonkörper im Urin gibt Aufschluss über das Vorliegen einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus. Ketonkörper werden bei einem vermehrten Abbau von Fettsäuren ausgeschieden und sind vor allem bei ausgeprägter Hyperglykämie und entgleister Stoffwechsellage im harn nachweisbar.
Die C-Peptid-Messung dient der Bestimmung der Insulinsekretion. Das C-Peptid ist ein Abbauprodukt bei der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Somit reflektiert die Menge an C-Peptid im Blut die Funktion der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.
Bei Verdacht auf einen Diabetes mellitus Typ I sollte zusätzlich eine Immundiagnostik durchgeführt werden. Durch diese kann das individuelle Risiko für die Schwere der Zuckerkrankheit bestimmt werden.
Differenzialdiagnose
Erhöhte Blutzuckerwerte können auch im Rahmen einer so genannten passageren Hyperglykämie auftreten. Diese sind meist durch Stresssituationen, wie eine Operation oder einen Unfall bedingt. Solche passageren Hyperglykämien können im durch Verlaufsuntersuchungen leicht vom manifesten Diabetes mellitus abgegrenzt werden.
Letzte Aktualisierung am 27.07.2009.