Die Ursachen für die Entstehung eines Diabetes mellitus sind je nach Form der Erkrankung unterschiedlich.
Beim Diabetes mellitus Typ I liegt ein so genannter absoluter Insulinmangel vor, das heißt, die Bauchspeicheldrüse des Betroffenen kann nicht genügend Insulin produzieren. Der Körper der von Diabetes mellitus Typ I-Patienten ist somit nicht in der Lage, den Blutzuckerspiegel nach der Aufnahme kohlenhydratreicher Mahlzeiten zu senken.
In den meisten Fällen hat ein Diabetes mellitus vom Typ I immunologische Ursachen. Das bedeutet, die hormonproduzierenden Zellen, die innerhalb der Bauchspeicheldrüse für die Bildung von Insulin verantwortlich sind (B-Zellen), werden vom eigenen Körper als fremd angesehen und zerstört. Dieser durch Autoimmunprozesse bedingte Diabetes wird als LADA (= latent autoimmune diabetes in adults) bezeichnet und tritt in den meisten Fällen schon im Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter ein.
Der Diabetes mellitus von Typ II zeichnet sich hingegen durch eine verminderte Produktion von Insulin sowie eine herabgesetzte Insulinwirkung an den Körperzellen (Insulinresistenz) aus. Das heißt Insulin kann zum einen seine Wirkung an den Zellen nicht mehr ausüben und die Glukose kann nicht mehr aus dem Blut in die Zellen transportiert werden. Zum anderen nimmt mit zunehmender Insulinresistenz auch die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse ab und ein Insulinmangel entsteht.
Diese Faktoren für die Entstehung eines Diabetes mellitus können zum sowohl erblich bedingt sein, als auch durch Übergewicht und falsche Ernährung ausgelöst werden. In vielen Fällen ist das so genannte Metabolische Syndrom, eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter Blutfette und Insulinresistenz, die Vorstufe eines Diabetes mellitus. Bei den meisten Typ II Diabetikern liegt eine Kombination mehrerer dieser Faktoren vor. Auch Stress und wiederkehrende Infektionen können zur Entstehung eines Diabetes mellitus beitragen.
Eine Sonderform des Diabetes mellitus nimmt der so genannte Gestationsdiabetes ein. Diese Form der Stoffwechselstörung tritt im Rahmen einer Schwangerschaft erstmalig auf. Sie betrifft etwa 2-5 Prozent aller Schwangeren. Häufig normalisiert sich der Kohlenhydratstoffwechsel nach der Entbindung wieder von selbst. Die Betroffenen haben jedoch nach der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko, einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln.
Andere Diabetestypen sind zwar eher selten, können jedoch eine Vielzahl von Auslösern haben. Zu diesen zählen:
- Genetische Defekte an den Angriffspunkten des Insulins an den Körperzellen, wodurch dessen Wirkung eingeschränkt ist.
- Genetische Defekte an den B-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, wie eine Entzündung (Pankreatitis), Verletzungen, beispielsweise nach schweren Bauchtraumen, oder Tumoren im Bereich des Pankreas
- Schwere Vergiftungen, wie beispielsweise durch Rattengift
- Störungen des Hormonstoffwechsels, wie beim Cushing-Syndrom oder der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Die Einnahme bestimmter Medikamente, wie Kortison, Schilddrüsenpräparate oder Arzneimittel zur Förderung der Wasserausscheidung (Thiaziddiuretika)
- Infektionen, wie beispielsweise durch das Zytomegalievirus (CMV)
Letzte Aktualisierung am 27.07.2009.