Männer, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von erektilen Dysfunktionen (Erektionsstörungen) als gesunde Männer. In der Medizin spricht man von einer erektilen Dysfunktion, wenn in einem Zeitraum von mindestens einem halben Jahr in mehr als 70 Prozent der Versuche keine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion erreicht oder aufrecht erhalten werden kann.
Im Durchschnitt entwickelt jeder zweite männliche Diabetiker eine Erektionsstörung. Damit sind Diabetiker zwei bis drei Mal so häufig von Potenzstörungen betroffen wie Männer ohne Diabetes. Die Betroffenen leiden dann meist erheblich unter dieser Störung und verschweigen häufig ihre Probleme. Auch die behandelnden Ärzte sprechen nur selten mit ihren Patienten über Erektionsstörungen, weshalb nur etwa 8 Prozent wegen dieser Störung behandelt werden.
Was sind dir Ursachen für Erektionsstörungen bei Dabetikern?
Die Ursachen dafür sind je nach Diabetes-Typ unterschiedlich:
- Bei Typ-II-Diabetikern entwickelt sich eine Erektionsstörung in der Regel durch eine Schädigung der Blutgefäße. Diese ist eine Folge der so genannten diabetischen Mikroangiopathie, beziehungsweise der diabetischen Makroangiopathie.
- Erektionsstörungen bei Typ- I-Diabetikern sind meist eine Folge von Störungen im Bereich der Nervenbahnen. Die Nerven im Geitalbereich verlieren allmählich ihre Funktion, wodurch die Versteifung des Penis abnimmt oder gänzlich ausbleibt. Diese Nervenschädigungen bei Typ-I-Diabetikern entwickelt sich auf dem Boden einer so genannten Polyneuropathie.Typisch ist dabei ein allmählicher, sich über Jahre erstreckender Funktionsverlust des Penis.
- Auch Hormonstörungen oder Schädigungen am Schwellkörper selbst können zu Erektionsstörungen führen. Diese Auslöser nehmen bei Diabetikern jedoch nur eine untergeordnete Stellung ein.
Bei jedem zweiten Diabetiker mit erektilen Dysfunktionen spielen auch seelische Probleme eine bedeutende Rolle. Dabei können zahlreiche Faktoren die Sexualität beeinträchtigen, wie beispielsweise Sorge um die Gesundheit, Angst um den Arbeitsplatz, Depressionen und Angst, vor dem sexuellen Versagen. Besonders wenn die Erektionsstörungen plötzlich auftreten oder der Betroffene nur unter bestimmten Umständen darunter leidet, kommen eher psychische Ursachen in Betracht.
In den meisten Fällen lässt sich keine Grenze zwischen psychischen und physischen Auslösern der Erektionsstörung ziehen. Vielmehr gehen beide Ursachen ineinander über und bedingen sich gegenseitig. Somit sollte, auch wenn organische Ursachen eindeutig nachgewiesen werden konnten, die Psyche des Betroffenen nicht außer Acht gelassen werden.
Letzte Aktualisierung am 16.07.2009.