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Glucosetoleranztest - Funktionsweise


Wie funktioniert ein Glukosetoleranztest?

Der Test imitiert die Nahrungszufuhr des Patienten. Nach der Einnahme von Mahlzeiten steigt auch bei gesunden Menschen der Blutzuckerspiegel leicht an. Durch den Blutzuckeranstieg erhält die Bauchspeichedrüse das Signal, das Hormon Insulin auszuschütten. So wird der Blutzuckerspiegel in der Regel sehr schnell wieder auf Normalwerte gesenkt.

Wird jedoch zu wenig Insulin ausgeschüttet oder kann das Hormon im Körper nicht richtig wirken, sinkt der Blutzuckerspiegel nur sehr langsam wieder ab. Diese ansteigenden
und wieder abfallenden Blutzuckerwerte können anhand des oralen Glukosetoleranztests sehr
gut erfasst werden. Bevor dieser Glukosetoleranztest durchgeführt werden kann, darf der Patient in der Regel in den 12 Stunden vor der Untersuchung keine Nahrung zu sich genommen haben. Nach dieser Phase der Nahrungskarenz wird zunächst der Blutzuckerspiegel bestimmt. Daraufhin erhält der Patient eine Testlösung zu trinken, die 75g Glukose enthält.

Diese muss er innerhalb von 5 Minuten zu sich nehmen. Nach dem Trinken der Lösung sollten keine anstrengenden körperlichen Tätigkeiten durchgeführt werden. Nach zwei Stunden wird erneut der Blutzuckerspiegel bestimmt. Fallweise kann auch ein zusätzlicher Wert eine Stunde nach dem Trinken der Lösung bestimmt werden.

Die Normalwerte für den Verlauf dieser Untersuchung sind wie folgt:

  • Blutzuckerspiegel im Nüchternzustand vor dem Test: < 110 mg/dl
  • Blutzuckerspiegel zwei Stunden nach dem Trinken der Testlösung: unter 140mg/dl beziehungsweise unter 120mg/dl wenn das untersuchte Blut direkt aus einer Vene entnommen wurde. Der Blutzuckerwert direkt aus der Vene ist in der Regel etwas niedriger als die Blutzuckerbestimmung mit dem Blut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen, da dem venösen Blut nach dem Durchströmen der Organe bereits Glukose entzogen wurde.

Abweichende Werte beim Glukosetoleranztest können sich auf verschiedene Arten darstellen:

  • Bei der Blutzuckermessung im Nüchternzustand: Werte zwischen 110mg/dl und 125mg/dl werden als „gestörte Nüchternglukose" (impaired fasting Glukose) bezeichnet. Sie deuten auf einen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel hin, sind jedoch zunächst noch nicht krankhaft. Anders bei Nüchternwerten über 126mg/dl: In diesem Fall besteht bereits der dringende Verdacht eines Diabetes mellitus.
  • In der Blutzuckermessung zwei Stunden nach dem Trinken der Lösung: War die Nüchternglukose bereits, zeigen sich in der Regel auch erhöhte Werte in der zweiten Messung. Blutzuckerwerte zwischen 140 und 199mg/dl (beziehungsweise 120-179mg/dl aus dem Venenblut) lassen sich auf eine gestörte Nüchternglukose zurückführen. Bei Blutzuckerwerten über 200mg/dl (beziehungsweise 180mg/dl) muss jedoch bereits von einem manifesten Diabetes mellitus ausgegangen werden.

Soll der orale Glukosetoleranztest bei Kindern durchgeführt werden, gelten etwas andere Werte. Zunächst muss die zu trinkende Testlösung dem Gewicht des Kindes angepasst werden. Pro Kilogramm Körpergewicht enthält die Testlösung 1,75g Glukose, maximal jedoch 75g.

Auch die Normalwerte für die Blutzuckerbestimmungen sind bei Kindern etwas abweichend:

  • Der Nüchternwert vor dem Trinken der Testlösung sollte unter 100mg/dl liegen. Werte über 126mg/dl deuten auf einen bestehenden Diabetes mellitus hin.
  • Eine Stunde nach dem Trinken sollte der Blutzuckerwert bei Kindern unter 180mg/dl liegen. Ist dies nicht der Fall muss ebenfalls von einem Diabetes mellitus ausgegangen werden.
  • Der Blutzuckerwert nach zwei Stunden sollte unter 140mg/dl abgesunken sein. Werte über 140mg/dl sind zwei Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung bei Kindern als krankhaft anzusehen.

 


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Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.

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