Hämoglobin - Abweichung Normwerte
Worauf können abweichende Hämoglobinwerte hinweisen?
Zu hohe Hämoglobinwerte weisen auf eine erhöhte Zahl an roten Blutkörperchen im Blut hin.
Eine steigende Konzentration an Erythrozyten im Blut kann verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise:
- Zu wenig Sauerstoff in der Atemluft. In Höhenlagen zum Beispiel ist in der Luft weniger Sauerstoff vorhanden als in den Tälern. Diesen Mangel versucht der Körper durch eine gesteigerte Produktion von roten Blutkörperchen auszugleichen. Spitzensportler nutzen diesen Effekt häufig vor großen Wettkämpfen. Sie halten sich in großen Höhen auf, damit ihr Körper mehr Erythrozyten produziert. Auf normalem Höhenniveau ist dann die Transportfähigkeit des Blutes für Sauerstoff verbessert und der Körper kann größere Leistungen erbringen.
- Auch bei chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen ist der Gehalt des Blutes an roten Blutkörperchen erhöht. In diesem Fall kann aufgrund der Erkrankung nicht genug Sauerstoff in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Der Körper muss deshalb seine Transportkapazitäten steigern um noch eine ausreichende Sauerstoffzufuhr für die Organe gewährleisten zu können.
- Eine erhöhte Konzentration an Erythrozyten im Blut kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung des Knochenmarks sein. Das Knochenmark ist für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich. Bei bestimmten Erkrankungen, den so genannten Myeloproliferativen Erkrankungen, ist diese Produktion gestört und es werden zu viele Erythrozyten gebildet.
- Auch zu niedrige Hämoglobinwerte können auf eine Reihe von Erkrankungen hinweisen. In den meisten Fällen ist ein Mangel an roten Blutkörperchen die Ursache für diese so genannte Blutarmut (Anämie). Die Auslöser einer Anämie können sein:
- In Europa ist ein Eisenmangel mit 80 Prozent die häufigste Ursache einer Anämie (Eisenmangelanämie, sideropenische Anämie). Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins. Bei Eisenmangel kann der Körper nicht mehr genügend Hämoglobin bilden und die Hämoglobinwerte fallen ab. Betroffen sind meist Frauen im gebärfähigen Alter.
- Auch ein Mangel an anderen Stoffen, die für die Bildung von Hämoglobin notwendig sind, führt zu einer Anämie. Beispiele hierfür sind die Vitamin-B12-Mangelanämie (perniziöse Anämie), die Folsäuremangelanämie und die Vitamin-C-Mangelanämie (Ascorbinsäure-Mangelanämie).
- Eine Anämie kann auch durch eine gestörte Bildung der roten Blutkörperchen bedingt sein. Zu dieser Form der Anämie zählen die renale Anämie, der eine Nierenerkrankung zugrunde liegt sowie bösartige Erkrankungen, die das Knochenmark betreffen.
- Ein Verlust an roten Blutkörperchen kann ebenfalls zu einer Blutarmut führen. Meist liegt diesem Erythrozytenverlust eine starke Blutung, wie nach einer Operation oder einem Unfall zugrunde. Die Erythrozyten können jedoch auch fehl gebildet sein und aufgrund dessen eine geringere Lebensdauer haben. Beispiele für eine solche Erkrankung sind die so genannte Sichelzellanämie oder die Thalassämie (Mittelmeeranämie).
- Des Weiteren kann die Ursache der Anämie in einer gestörten Erythrozytenverteilung liegen. Bei dieser Form werden die roten Blutkörperchen nicht gleichmäßig auf alle Organe verteilt, sondern konzentrieren sich in der Milz (Hyperspleniesyndrom). So kommt es im Rest des Körpers zu einer Blutarmut.
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Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.
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