Insulin ist ein vom menschlichen Körper gebildetes, lebenswichtiges Hormon, das in der Lage ist, den Zuckergehalt des Blutes abzusenken. Es ist somit maßgeblich für die Regulation des Kohlehydrat-Stoffwechsels verantwortlich. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und von dort in den Blutkreislauf abgegeben.
Das Hormon wurde erstmals 1923 von Frederick Banting aus der Buchspeicheldrüse von Versuchstieren gewonnen. Diese Entdeckung war ein Meilenstein in der Behandlung der Zuckerkrankheit.
Wie ist Insulin aufgebaut?
Insulin ist, wie Eiweiß aus so genannten Aminosäuren aufgebaut, und wird deshalb auch als Proteohormon, also proteinartiges Hormon, bezeichnet. Es existieren insgesamt 25 verschiedene Aminosäuren, die durch die Ausbildung spezieller Verbindungen, den Peptidbindungen, das Gerüst aller Eiweiße bilden.
Im Falle des Insulins bilden die aneinander gereihten Aminosäuren zwei Ketten: die A-Kette aus 21 Aminosäuren und die B-Kette aus 30 Aminosäuren. Aus diesen beiden verbundenen Ketten setzt sich das Insulin zusammen.
Wie wird Insulin gebildet?
Bevor das Insulin ausschüttet werden kann, wird in speziellen Zellen, den so genannten B-Zellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zunächst das Proinsulin gebildet. Von diesen als Inseln bezeichneten Zellgruppen innerhalb der Bauchspeicheldrüse leitet sich auch der Begriff Insulin (lateinisch: Insula = Insel) ab.
Das Proinsulin ist eine Vorstufe des eigentlichen Insulins, das neben der A- und B-Kette zunächst noch eine dritte Kette, die C-Kette, oder auch C-Peptid, besitzt. Die C-Kette wird beim Aufbau von Insulin benötigt, damit sich A- und B-Kette richtig zusammenlagern und spezielle Verbindungen, die Schwefelbrücken, ausbilden.
Erst wenn beide Ketten richtig verknüpft sind, wird das C-Peptid abgespalten und das fertige Insulin kann aktiv werden. Das abgespaltene C-Peptid kann im Blut noch einige Stunden nach der Insulinproduktion gemessen werden. So kann der Arzt feststellen, wie aktiv die Bauchspeicheldrüse ist und wie viel Insulin produziert wurde. Ein gesunder Mensch produziert etwa 2 Gramm Insulin pro Tag.
Wann wird Insulin ausgeschüttet?
Die Bauchspeicheldrüse setzt Insulin frei, wenn dem Körper Nahrung zugeführt wird.
Diese Freisetzung geschieht auf zwei Weisen:
- Sobald der Magen beginnt, eine Mahlzeit zu verdauen, werden diese Verdauungsbewegungen von der Bauchspeicheldrüse registriert. Diese gibt dann bereits gebildete Insulinreserven, die in kleinen Körnchen der B-Zellen gespeichert sind, an das Blut ab.
- Die ausgeschütteten Reserven reichen jedoch nicht aus, sodass gleichzeitig in den B-Zellen neues Insulin produziert werden muss. Dieses neu gebildete Insulin wird dann langsam in die Blutbahn abgegeben. Wie viel Insulin ausgeschüttet wird richtet sich nach der Menge an Glukose, die nach der Nahrungsaufnahme in der Blutbahn vorhanden ist. Je höher die Glukosekonzentration im Blut ist, desto mehr Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse produziert.
Wo wirkt Insulin?
Wenn Insulin von der Bauchspeicheldrüse in den Blutkreislauf abgegeben wird, gelangt es zunächst über die Pfortader zur Leber. In der Leber werden bereits etwa 50 Prozent des Insulins verbraucht, da hier ein Großteil des aufgenommenen Zuckers gespeichert werden kann. Das übrige Insulin verteilt sich im Körper und gelangt zu Muskel- und Fettzellen, wo ebenfalls Zucker gespeichert wird.
Insulin wirkt somit nicht an allen Körperzellen gleich, sondern kommt vermehrt dort zum Einsatz, wo viel Glukose aufgenommen werden kann. Dies ist in der Leber, im Fettgewebe und in der Muskulatur der Fall.
Letzte Aktualisierung am 27.07.2009.