Der Kreatininwert wird meist anhand einer Blutprobe bestimmt, jedoch kann auch ein 24-Stunden-Sammelurin zur Kreatininbestimmung verwendet werden. Die Kombination der Blut- und Urin- Kreatininwerte kann auch dazu verwendet werden, um die Kreatinin-Clearance zu berechnen. Diese ist definiert als das Blutvolumen, dass pro Minute von Kreatinin komplett gereinigt wird. Sie kann so anhand der Konzentrationsmessung von Kreatinin im Blut und im Urin errechnet werden.
Die Bestimmung der Kreatinin-Clearance hat sich als anschauliches Maß für die Leistung der Nieren erwiesen. Je niedriger die Kreatinin-Clearance, desto schlechter ist die Funktion der Nieren.
Worauf kann ein erhöhter Kreatininwert hinweisen?
Die Höhe der Kreatininkonzentration im Blut gibt Aufschluss über die Filtrationsleistung der Nieren. Diese haben eine Vielzahl von Funktionen. Um die Schwere einer Nierenerkrankung beurteilen zu können, ist jedoch vor allem die Filtrationsfähigkeit der Nieren von Bedeutung. Der Kreatininwert ist ein guter Parameter um diese Funktion der Nieren zu testen, da Kreatinin fast ausschließlich abgefiltert wird.
Erhöhte Kreatininwerte im Blut weisen somit meist auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin, wie beispielsweise bei einer Niereninsuffiziens. Ein deutlicher Anstiegt wird jedoch meist erst dann verzeichnet, wenn die Filtrationsfähigkeit der Nieren schon um mehr als 50 Prozent abgenommen hat.
Erhöhte Kreatininwerte können durch verschiedene Faktoren verursacht worden sein:
- Durch Infektionen oder Autoimmunerkrankungen ausgelöste Schädigungen der Blutgefäße innerhalb der Nieren
- Durch bakterielle Infektionen der Nieren selbst (Pyelonephritis)
- Durch ein Absterben der Zellen innerhalb des Nierengangsystems (tubuläre Nekrosen), das durch Medikamente oder Gifte bedingt sein kann.
- Durch Erkrankungen der Prostata, Nierensteine oder andere Erkrankungen, die die Harnleiter verlegen können (Obstruktion)
- Durch eine reduzierte Nierendurchblutung bei Schock, Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung), Herzschwäche (Herzinsuffiziens), Arteriosklerose oder Diabetes Mellitus
Ein vorübergehender Anstieg der Kreatiniwerte kann jedoch auch durch eine Zerstörung von Muskelmasse, beispielsweise bei Quetschungen oder Zerrungen, entstehen.
Was muss bei der Untersuchung des Kreatininwertes beachtet werden?
Da die Kreatininwerte bei zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion in der Regel erst sehr spät ansteigen, ist diese Untersuchung für Diabetiker, die sehr häufig ein Nierenversagen entwickeln, nicht ausreichend. Hier sollte in den Verlaufskontrollen unbedingt auch eine Albuminmessung im Urin erfolgen, die weiteren Aufschluss über die Filtrationsfähigkeit der Nieren geben kann.
Außerdem können auch Medikamente, wie Aminoglykoside (beispielsweise Gentamycin) Nierenschäden hervorrufen. Deshalb sollte auch während der Einnahme dieser Medikamente die Nierenfunktion überwacht werden. Weitere Arzneimittel, wie Cephalosporine, können einen Anstieg der Kreatininwerte hervorrufen, ohne dass eine Nierenschädigung vorliegt. Zudem ist bei Diabetikern auch die regelmäßige Bestimmung der Kreatinin-Clearance wichtig.
Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.