Als Ursachen für das metabolische Syndrom gelten hauptsächlich eine genetische Veranlagung und Übergewicht. Sind bereits Familienmitglieder an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt, haben Angehörige ein erhöhtes Risiko, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln. Der beim metabolischen Syndrom veränderte Stoffwechsel war vermutlich im Laufe der Evolution ein Vorteil für den Menschen, der früher häufig Hungersnöte überstehen musste.
Nur in der jetzigen Wohlstandsgesellschaft wirkt sich diese Eigenschaft des Körpers negativ auf seine Gesundheit aus.
- Übergewicht ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für das metabolische Syndrom. Oft sind sogar schon Kinder vom Übergewicht betroffen. Im Durchschnitt ist in Deutschland bereits jedes dritte Kind zwischen sechs und zwölf Jahren übergewichtig. Wer als Kind zu dick ist, hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener mit Gewichtsproblemen zu Kämpfen. Besonders das Bauchfett ist dabei gefährlich für den Kreislauf. Fett, das sich im Taillenbereich ansetzt, ist stoffwechselaktiver als die Fettdepots an anderen Stellen des Körpers und belastet dabei den Körper in hohem Maße.
- Die erhöhten Blutfettwerte sind in den meisten Fällen genetisch bedingt. Man spricht in diesem Fall von der so genannten familiären Hypercholesterinämie. Dabei liegt ein Defekt in der Verarbeitung der Nahungsfette vor. Dieser wird jedoch auch durch eine übermäßige Fettaufnahme über die Nahrung herbeigeführt oder verstärkt. Der Fettanteil der täglich mit den Mahlzeiten eingenommen wird sollte nach den Empfehlungen der Ernährungsmediziner nicht mehr als 30 Prozent betragen.
- Der Entstehung von Diabetes mellitus geht meist eine so genannte Insulinresistenz voraus. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dafür sorgt, dass der durch die Nahrung aufgenommene Zucker in die Körperzellen transportiert wird. Insulin entfernt also den Zucker aus dem Blut und senkt somit den Blutzuckerspiegel. Bei der Insulinresistenz kann Insulin an den Körperzellen nur noch eine geringe Wirkung erzielen. In vielen Fällen hat das Insulin sogar überhaupt keine Wirkung mehr auf den Körper. Ein Typ II Diabetes tritt dann ein, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage ist, die verminderte Insulinwirkung im Körper durch eine vermehrte Ausschüttung von Insulin zu kompensieren.
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist ebenfalls ein Risikofaktor, der vom Betroffenen zunächst kaum bemerkt wird. Eine Hypertonie liegt dann vor, wenn die Blutdruckwerte 140/90 mmHg übersteigen, wobei auch nur eine Erhöhung einer dieser beiden Werte eine Hypertonie ausmachen kann. Ein Bluthochdruck ist ebenfalls meist eine Folge von Übergewicht, mangelnder Bewegung und Stress.
All diese Faktoren beeinflussen in hohem Maße die Blutgefäße im Körper. Zucker und Fette, die im Blut in zu großem Maße vorhanden sind, lagern sich an den Wänden der Venen und Arterien ab und machen diese unbeweglicher und weniger elastisch. Die Blutversorgung und somit der Sauerstofftransport zu wichtigen Organen des Körpers verschlechtert sich durch diese Ablagerungen immer mehr.
Durch den Verlust an Elastizität der Blutgefäße entsteht ein größerer Druck im Gefäßsystem - der Blutdruck steigt. So entwickelt sich mit der Zeit ein Teufelskreis, da der zu hohe Blutdruck die Venen und Arterien nun immer mehr schädigt.
Als Folge werden die Organe immer schlechter durchblutet. Dies macht sich besonders dort bemerkbar, wo besonders viel Energie benötigt wird: im Herz und im Gehirn. Schlaganfall und Herzinfarkt sind die Folge.
Letzte Aktualisierung am 27.07.2009.