Der Blutzucker kann von den Betroffenen selbst mit einem Blutzuckermessgerät bestimmt werden. Dazu muss ein Tropfen Blut, das meist aus der Fingerbeere gewonnen wird, auf einen Teststreifen aufgetragen werden. Dieser wird in ein elektrisches Messgerät eingeführt, dass innerhalb weniger Sekunden die Blutzuckerkonzentration auf einer digitalen Anzeige angibt.
Viele Diabetiker stehen der Selbstkontrolle des Blutzuckers zunächst skeptisch gegenüber. Sie haben keine Erfahrungen mit der Technik der Blutzuckermessgeräte und fürchten häufig den notwendigen Einstich in den Finger.
Diese Befürchtungen sind jedoch heute meist unbegründet, da sich die Technik der Messgeräte sehr verbessert hat, wodurch ihre Handhabung sehr einfach wird. Es gibt mittlerweile auch sehr schmerzarme Stechhilfen, sodass die Gewinnung eines Blutstropfens meist auch kein Problem mehr darstellt. Generell ist es wichtig, dass sich jeder Diabetiker bei der Auswahl eines Blutzuckermessgerätes sehr gut beraten lässt.
Die zeitliche Planung der Selbstkontrolle ist bei den meisten Diabetikern von den individuellen Zielen der Behandlung abhängig. Ein orientierender Leitfaden wurde aus der St.-Vincent-Deklaration entnommen.
Zunächst ist eine regelmäßige Messung des Blutzuckerspiegels unerlässlich, um die Stoffwechsellage richtig beurteilen zu können. Dies gilt vor allem für Diabetiker, die mit Insulin behandelt werden. Jedoch sollten auch Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen oder nach einer speziellen Diät leben ihren Blutzucker regelmäßig messen. Eine Kontrolle des Blutzuckers schützt vor allem vor einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), die, wenn sie zu spät bemerkt wird, sehr bedrohlich werden kann.
Bei Diabetikern, die gut eingestellt sind und einen stabilen Stoffwechsel haben genügt es in der Regel, wenn der Blutzucker ein bis zwei Mal pro Woche gemessen wird. Die Messungen können entweder ein einem festen Tag sowohl nüchtern, vor den Hauptmahlzeiten als auch vor dem Zubettgehen erfolgen oder zu diesen Tageszeiten jeweils einmal pro Woche auf verschiedene Tage verteilt.
Bei anstrengenden körperlichen Tätigkeiten sowie während einer Erkrankung muss der Blutzucker jedoch öfter kontrolliert werden. Zusätzlich sollte bei akuten Erkrankungen oder bei Blutzuckerwerten über 360mg/dl der Urin auf Ketonkörper untersucht werden. Schlecht eingestellte Diabetiker oder Patienten, bei denen der Stoffwechsel starken Schwankungen unterliegt sollten den Blutzucker jedoch öfter kontrollieren. Zu Beginn ist eine tägliche Messung nüchtern, vor dem Essen, nach den Mahlzeiten sowie vor dem Zubettgehen erforderlich. Erst wenn die Zielwerte erreicht sind und der Stoffwechsel sich stabilisiert hat kann die Anzahl der Blutzuckerkontrollen langsam reduziert werden.
Die Technik der Blutzuckermessung sollte ein bis zwei Mal pro Jahr von einem Arzt überprüft werden. Es ist außerdem wichtig, dass auch das Blutzuckermessgerät regelmäßig kontrolliert wird. Es ist für die Betroffenen unerlässlich, dass alle erhobenen Werte, sowie besondere Vorkommnisse aufgezeichnet werden. So kann man diese beim nächsten Arztbesuch vorzeigen und besprechen.
Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.