Eine Reise für einen Patienten, der eine regelmäßige Dialyse (Blutwäsche) benötigt, ist zwar mit Schwierigkeiten verbunden, jedoch prinzipiell möglich. Es muss gewährleistet sein, dass der Patient die Dialyse auch am Zielort unter guten Bedingungen durchführen lassen kann. Das ist praktisch in allen Regionen in Deutschland und Mitteleuropa möglich, aber auch in diversen Orten auf der ganzen Welt. Viele Betroffene möchten wie gesunde Menschen eine Urlaubsreise unternehmen, um Erholung zu finden und eine Abwechslung vom Alltag zu bekommen. Selbstverständlich muss allerdings auch bei einer längeren geschäftlichen Reise sichergestellt sein, dass eine Dialyse erfolgt. Falls der Patient auf eine Nierentransplantation wartet, sollte er bedenken, dass er gegebenenfalls rechtzeitig zum Transplantationskrankenhaus gelangen muss.
An sich gibt es für Patienten nur die Frage, ob eine regelmäßige Dialyse am Bestimmungsort gewährleistet ist. Die meisten Patienten lassen die Dialyse nach der gewöhnlichen Methode der Hämodialyse durchführen. Hierfür wird in erreichbarer Nähe eine Einrichtung benötigt, in der die Dialyse vorgenommen werden kann. Das ist in Deutschland nahezu flächendeckend der Fall, ebenso in weiten Teilen des europäischen Auslands. Gerade an beliebten Reisezielen befinden sich sehr oft geeignete Einrichtungen zur Dialyse. Dialysezentren, Praxen und Krankenhäuser mit Dialysemöglichkeit sitzen in vielen Ländern der Welt, so dass der Betroffene bei guter vorheriger Planung Fernreisen tätigen kann.
Der Patient muss sichergehen können, dass die Dialyse auch wirklich zuverlässig und zeitgerecht durchgeführt wird. Relativ schlecht eignen sich Reisen in Länder, in denen die Hygienestandards gering sind. Des Weiteren kann es nachteilig sein, in heiße Regionen zu fahren. Dort kann ein starkes Durstgefühl eintreten beziehungsweise eine Entgleisung des Flüssigkeitshaushaltes. Eine weitere Möglichkeit des Urlaubs für Dialyse-Patienten besteht darin, eine Kreuzfahrt zu unternehmen. Eine Reihe von Schiffen ist extra mit Dialyse-Gerätschaften ausgestattet.
Patienten, die eine andere Methode der Blutwäsche durchführen, nämlich die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse), haben es im Urlaub etwas einfacher. Die Peritonealdialyse kann der Patient an sich selbst vornehmen, ohne dafür an eine Dialyse-Maschine gehen zu müssen. Er benötigt lediglich die Materialien (Beutel, Schläuche, Dialyseflüssigkeit) und einen hygienischen Ort zum Wechsel der Flüssigkeit oder der Komponenten. Die Utensilien können selbst mitgebracht und bisweilen auch an den Ferienort geliefert werden. Daher besteht eine etwas freiere Auswahl, was das Urlaubsziel betrifft.
Stärker begrenzen muss sich der Patient in dem Fall, dass er auf der Liste für eine Nierentransplantation steht. Sich auf der Warteliste verzeichnen zu lassen, bedeutet, sich auch stets für die Organübertragung bereit zu halten. Daher muss gewährleistet sein, dass das Krankenhaus in einer gewissen Zeit erreicht werden kann, welches die Transplantation durchführt.
Verreisen muss von Patienten, die sich regelmäßig zur Dialyse einfinden müssen, besonders gut geplant werden. Der Patient kann sich auf eigene Faust darum kümmern, dass er die Dialyse für den Urlaubsort bucht. Es gibt andererseits eine Vielzahl von Angeboten, bei denen ein darauf ausgerichteter Dienstleister die Dialyse für die Reise vermittelt und bucht. An gängigen Reisezielen findet sich oftmals eine Dialysestation, aber auch in vielen weiteren Gegenden rund um die Welt kann eine Dialyse für Urlaubsreisende vorgenommen werden.
Bedacht werden muss, dass die Dialyse einige Zeit im Voraus angemeldet werden muss. Innerhalb Deutschlands findet sich in den meisten Fällen aber auch noch sehr kurzfristig die Möglichkeit, die Dialyse vornehmen zu lassen. Es ist ratsam, zuerst die definitive Bestätigung der Dialyse-Station abzuwarten, bevor die eigentliche Reise und die Unterkunft gebucht werden.
Um die Gefährdung für den Patienten gering zu halten, sollte nur bei einem guten, stabilen Gesundheitszustand eine Reise angetreten werden. Der Patient muss seine Reisepläne rechtzeitig mit dem Arzt besprechen. Idealerweise führt der Arzt einige Untersuchungen vor der Reise durch und stellt Dokumente zusammen, z. B. die letzten Blutwerte, das Zielgewicht der Dialyse sowie eine Liste an notwendigen Medikamenten. Unbedingt muss der Patient dafür sorgen, dass erforderliche Materialien und Arzneimittel im Urlaub zur Verfügung stehen. Es ist besser, diese mitzunehmen, als darauf zu vertrauen, dass sie im Urlaubsland erhältlich sind.
Die Krankenversicherungen tragen im Normalfall die Kosten einer Dialyse bei Reisen im Inland. Vor Auslandsaufenthalten sollte sich der Patient erkundigen, inwieweit die Kostenübernahme gewährleistet ist. Gegebenenfalls ist es angebracht, sich bei einer Organisation anzumelden, die bei Bedarf einen Rücktransport durchführen kann. Das kann bei unerwartet auftretenden gesundheitlichen Problemen ebenso der Fall sein wie beim Eintreffen eines passenden Spenderorgans zur Transplantation.