Anzeige

Dialyse und Sport


Sollen Dialyse-Patienten Sport treiben?

Bei Patienten, die sich regelmäßig einer Dialyse (Blutwäsche) unterziehen müssen, spricht nichts gegen Sport in einem angemessenen Rahmen. Im Gegenteil, eine sportliche Betätigung wirkt sich eindeutig positiv auf die Fitness und den Gesundheitszustand von Dialyse-Patienten aus. Manche Patienten müssen allerdings weitgehend auf Sport verzichten, wenn bestimmte schwere Erkrankungen vorliegen. Abgesehen davon sollte sich die Sportart und die Leistung nach der körperlichen Verfassung richten. Ebenfalls müssen einige Hinweise zum Sport bei Dialyse beachtet werden. Einige Disziplinen eignen sich sehr gut für Dialyse-Patienten, andere Sportarten dafür eher weniger.

Welche wünschenswerten Effekte hat Sport?

Sport kann der Verminderung der Belastungsfähigkeit durch die Nierenerkrankung entgegenwirken. Sport führt zu einer Verbesserung der körperlichen Leistung und der Ausdauer. Der Stoffwechsel wird durch sportliche Aktivität angeregt, zudem sinkt allgemein der Blutdruck. Die körperliche Betätigung dient damit auch zur Vorbeugung gegen unterschiedliche Erkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauf-Leiden. Je nach der Art der Betätigung kann auch die Kraft der Muskeln gesteigert werden. Diese wünschenswerten Folgen des Sports wirken sich nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf das tägliche Leben aus. Der Patient kann wieder besser am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilnehmen, weil er nicht mehr so geschwächt ist.

Ein weiterer günstiger Nebeneffekt ist, dass durch den Sport auch soziale Kontakte geknüpft und gepflegt werden können. Nicht nur aus diesem Grunde fördert der Sport das seelische Wohlbefinden des Dialyse-Patienten.

Bei welchen Patienten wirkt sich Sport besonders günstig aus?

Sport ist prinzipiell bei allen Patienten sinnvoll und verbessert die Leistungsfähigkeit. In besonderem Maße profitieren aber Patienten mit bestimmten Störungen des Körpers von der Ausübung des Sports. Hierzu lässt sich sagen, dass Dialyse-Patienten oft eine geringe körperliche Leistungsfähigkeit haben und an anderen Krankheiten leiden. Das bedeutet aber, dass vor allem sie noch mehr Nutzen aus den sportlichen Aktivitäten ziehen können. Dies gilt z. B. für Menschen, die regelmäßig eine Dialyse bekommen, mit

  • geringer Ausdauer
  • niedriger Kraft in den Muskeln
  • Koordinationsproblemen
  • Stoffwechselproblemen (Zuckerhaushalt, Fettstoffhaushalt)
  • Bluthochdruck
  • Blutarmut (Anämie)
  • Knochenaufbaustörungen

Ansonsten gesunde Dialyse-Patienten sollten wiederum Sport treiben, um einer Leistungsschwäche und solchen Krankheiten vorzubeugen.

Wann sollte kein Sport getrieben werden?

Auf Sport sollte der Dialyse-Patient verzichten, wenn er an bestimmten gravierenden Krankheiten leidet. Meist ist eine schwere Erkrankung des Herzens der Grund. Zu den Störungen, bei denen zu anstrengender Sport vermieden werden muss, gehören folgende Zustände:

  • Angina pectoris (Engegefühl und Schmerzen in der Brust), vor allem wenn der Zustand stark schwankend oder zunehmend ist (instabile Angina pectoris)
  • ausgeprägte Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • schwere Herzrhythmusstörungen
  • stärkere Herzklappenveränderungen
  • erhöhter Blutdruck, der sich nicht ausreichend mit Arzneimitteln in den Griff bekommen lässt

Welche Sportarten sind für Dialyse-Patienten geeignet?

Viele Sportarten eignen sich auch für dialysepflichtige Patienten. Am günstigsten wirken sich im Allgemeinen sportliche Betätigungen aus, die die Ausdauer des Patienten trainieren. Zu diesen Möglichkeiten gehören z. B. Joggen, Gehen (Walking), Radfahren und Schwimmen sowie Skilanglauf. Ebenso können Bewegungsübungen und Gymnastik ausgeübt werden. In einem angemessenen Umfang ist ein Krafttraining zum Muskelaufbau möglich. Des Weiteren sollte eine gemäßigte körperliche Bewegung in den Alltag eingebaut werden, in Form von Haushaltsarbeiten oder z. B. auch Gartenarbeiten.

Weniger in Frage kommen Sportarten, bei denen der Patient sich leicht verletzen kann oder die eine starke Kraftausübung erfordern. So sollten z. B. Ballsportarten wie Fußball nicht von Dialyse-Patienten ausgeübt werden, ebensowenig wie Gewichtheben oder Kampfsport. Zum Einen besteht hier die Gefahr, dass der Zugang für die Dialyse beschädigt wird. Andererseits ist auch ein Risiko vorhanden, dass die Belastung auf die oft ohnehin nicht mehr so stabilen Knochen, Bänder, Gelenke und Muskeln zu groß wird.

Patienten mit Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) müssen die Hinweise bezüglich weiterer Sportarten (z. B. Schwimmen) beachten.

Worauf müssen Dialyse-Patienten beim Sport achten?

Insbesondere Patienten, bei denen neben der Nierenkrankheit eine weitere Erkrankung vorliegt, müssen vor der sportlichen Betätigung mit ihrem Arzt reden. Der Arzt muss für den Sport grünes Licht geben. Der Arzt weiß über die körperliche Verfassung des Patienten Bescheid und kann Empfehlungen bezüglich der Sportart und der Trainingsintensität geben.

Die Patienten müssen Acht geben, dass durch den Sport keine Schäden am Dialyse-Zugang passieren. Das betrifft bei den Patienten mit der gewöhnlichen Hämodialyse die Gefäßanlage am Arm (Shunt) und bei Patienten mit Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) den Katheter im Bauch. Schwimmen ist daher beispielsweise für Patienten mit einem Peritonealdialyse-Katheter normalerweise nicht erlaubt. Ausnahme ist, wenn der Katheterbereich durch einen speziellen wasserundurchlässigen Verband geschützt wird. Zudem dürfen Sportarten mit Bauchbelastung wie z. B. Rudern von Peritonealdialyse-Patienten nicht durchgeführt werden. Ist der Zugang oder der Katheter frisch angelegt worden, so sollte der Patient zunächst mit dem Sport warten, bis die Stelle abgeheilt ist.

Zum Sport muss der Patient dafür sorgen, dass der Kaliumgehalt des Blutes nicht zu stark ansteigt. Er sollte - was auch zu den allgemeinen Empfehlungen bei Dialyse gehört - eher kaliumarme Nahrung zu sich nehmen. Sport kann dazu führen, dass der Kaliumwert noch erhöht wird.

Sport von Dialyse-Patienten kann meist am besten durchgeführt werden, wenn am jeweiligen Tag keine Blutwäsche stattfindet. Es ist in bestimmten Fällen nach ärztlicher Rücksprache möglich, Sport auch am Abend nach der Dialyse zu treiben. Einige Zentren bieten sogar versuchsweise Sport an, während die Dialyse läuft. Dies bietet den Patienten dann einen ebenso willkommenen wie sinnvollen Zeitvertreib, der zudem noch unter Anleitung mit Fachpersonal durchgeführt werden kann.


« Dialyse und Arbeit Dialyse und Reisen »

Letzte Aktualisierung am 10.12.2009.

Aktuelle Beiträge im Forum Dialyse

Letzter Eintrag
Aufrufe
Antworten
amanda3000
183
0
4 Monate
silsch
262
0
7 Monate

Alle Beiträge anzeigen: Forum Dialyse

Stellen Sie Ihre Frage

 Thema abonnieren (Sie erhalten Antworten per E-Mail)

 

   

 Ich stimme den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen zu.

 

Spam-Schutz: Bitte geben Sie folgende Zahl ein: 4 

 



Dialyse

Dialyse


Forum Dialyse
Anzeige
Anzeige