Die Hämoperfusion ist eine Methode der Blutreinigung. Sie wird, im Gegensatz zu den anderen Verfahren der Dialyse, normalerweise nicht bei einem Nierenversagen eingesetzt. Die Hämoperfusion ist aber bei Vergiftungen mit bestimmten Stoffen angezeigt. Bei der Hämoperfusion wird das Blut durch einen Filter mit Aktivkohle oder manchmal auch Harz geleitet. Kohle und Harz besitzen die Eigenschaft, einige Giftstoffe wie bestimmte Medikamente, Pilzgifte oder Insektizide aufzunehmen und sie somit aus dem Blut zu beseitigen.
Die Hämoperfusion ist eine Behandlung, die bei einer Vergiftung durchgeführt werden kann. Die Methode ist aber nur für bestimmte Giftstoffe geeignet. Zu den Giftstoffen, die durch eine Hämoperfusion aus dem Blut gezogen werden können, gehören:
Zu beachten ist auch, dass die Hämoperfusion als Entgiftungsmethode nur dann richtig funktioniert, wenn das Gift auch im Blut ist und nicht bereits hauptsächlich im Gewebe.
Bei der Hämoperfusion wird das Blut des Patienten über eine Kanüle und ein Schlauchsystem durch eine Entgiftungsvorrichtung geschickt. Der Blutfluss wird durch eine Pumpvorrichtung verstärkt. In dem Reinigungsgerät muss es an Aktivkohle oder an einem Austauscherharz entlang fließen. Kohle beziehungsweise Harz nehmen die jeweiligen Giftsubstanzen aus dem Blut auf. Die Aktivkohle ist von einer Membran umgeben, die für Gifte durchlässig ist, aber verhindert, dass Blutzellen an die Kohleteilchen geraten. Das mit der Apparatur gereinigte Blut fließt dann über einen weiteren Zugang wieder in die Blutbahn des Patienten. Außerdem wird Heparin in das Blut gegeben, um eine Gerinnung zu vermeiden.
Die Hämoperfusion kann, um eine bessere Reinigung zu erreichen, mit einem herkömmlichen Dialysegerät kombiniert werden.
Für die Hämoperfusion werden zwei Zugangskanülen in eine Vene gelegt, oder es wird ein zentraler Venenkatheter (Katheter bis in die Hohlvene kurz vor dem Herzen) eingeführt. Das Hämoperfusions-System wird angeschlossen und das Blut damit entgiftet. Der Vorgang dauert drei bis vier Stunden, danach wird das System wieder abgenommen. Vor, während und nach dem Reinigungsvorgang müssen immer wieder Blutproben genommen werden, um das Ausmaß der Vergiftung und die Wirksamkeit der Behandlung zu bestimmen.
Durch die Anlage des Zugangs kann es zu Komplikationen wie Blutungen, Infektionen oder Vernarbungen an der Stichstelle kommen. Die Hämoperfusion kann zu einem starken Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten) und somit zu verstärkter Blutungsneigung führen. Durch die Hämoperfusion werden gegebenenfalls auch Medikamente abgefangen, die nützlich für den Patienten sind.
Die Hämoperfusion kann eine erfolgreiche und effektive Entgiftung des Blutes bewirken, allerdings nur für ganz bestimmte schädliche Stoffe. Bei anderen Substanzen ist die Hämoperfusion nur mäßig oder auch gar nicht wirksam. Nach einiger Zeit nimmt die Entgiftungsleistung ab, so dass eventuell die Hämoperfusions-Patrone gewechselt werden muss. Für eine bessere Blutreinigung kann eine Hämoperfusion gleichzeitig mit einer herkömmlichen Dialyse ablaufen.
Bei einer Vergiftung mit einem bestimmten Stoff kann beispielsweise auch die gängige Methode der Dialyse (Hämodialyse) erfolgreich sein. Bei einer akuten Vergiftung ist es zuallererst notwendig, nach den lebensnotwendigen Funktionen des Patienten zu schauen (Atmung und Herz-Kreislauf-Funktion). Danach muss das Gift aus dem Magen entfernt werden. Ein Erbrechen kann sinnvoll, aber in anderen Fällen auch gefährlich sein. Oft muss der Magen ausgepumpt werden. Die Gabe von Aktivkohle kann angezeigt sein.