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Gefäßzugang - Dialyse-Shunt


Was ist ein Dialyse-Shunt?

Um eine regelmäßige, längerfristige Dialyse (Blutwäsche) durchzuführen, ist es angebracht, einen speziellen Gefäßzugang anzulegen. Ein solcher Zugang ermöglicht ein einfaches und häufiges Anstechen der Blutbahn, um die Dialyse-Apparatur anzulegen. Die Bezeichnung für die Gefäßanlage ist Shunt. Es handelt sich um eine künstliche Verbindung zwischen Gefäßen. Meist ist der Dialyse-Shunt ein Kurzschluss zwischen einer Arterie und einer Vene an einer gut erreichbaren Stelle am Unterarm (Cimino-Shunt). Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, einen Shunt zur Dialyse herzustellen. Für die Anlage ist eine Operation notwendig.

Wann wird ein Shunt zur Dialyse angelegt?

Der Dialyse-Shunt wird meist angelegt, wenn auf längere Sicht eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) vorgenommen werden muss. Dies ist der Fall, wenn der Patient an einem chronischen Nierenversagen (chronische Niereninsuffizienz) leidet. Hier muss das Blut des Patienten immer wieder gereinigt werden, um die herabgesetzte Nierenfunktion zu kompensieren. Ein chronisches Nierenversagen kann wiederum unterschiedliche Krankheiten als Ursache haben.

Die Funktionsweise

Die Dialyse ist ein Verfahren zur Blutreinigung. Bei den meisten Arten der Dialyse, so auch bei der am häufigsten durchgeführten Hämodialyse, wird das Blut aus dem Patienten geleitet. Das Blut wird durch ein Dialyse-Gerät befördert, dort von Schadstoffen gesäubert und wieder in die Blutbahn des Patienten geführt. Für den Vorgang müssen dem Patienten relativ große Kanülen gelegt werden. Um dies deutlich zu vereinfachen oder überhaupt erst zu ermöglichen, benötigt der Patient ein dickes und stabiles Blutgefäß an einer leicht zugänglichen Stelle. Mit einem Shunt (Gefäß-Kurzschluss) wird ein solcher vorteilhafter Zugangsweg erreicht.

Meist ist ein solcher Shunt eine direkte Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene (arterio-venöse Fistel, Cimino-Shunt). Dadurch, dass die Vene nun auch Blut aus der Arterie mit einem höheren Druck bekommt, erweitert sich das Gefäß und entwickelt eine stabilere Wand. Der Dialyse-Shunt befindet sich innerhalb des Körpers, in den weitaus meisten Fällen am Unterarm in der Nähe des Handgelenks (an der Arteria radialis). Unter dem Schlüsselbein (Arteria subclavia), am Ellenbogen oder auch am Bein kann der Shunt ebenfalls angelegt werden.

Bisweilen wird statt einer direkten Gefäßverbindung ein geeigneter Kunststoffschlauch als Kurzschluss zwischen Arterie und Vene eingearbeitet. Auch kann als Verbindungsstück eine Vene aus einem anderen Körperteil eingefügt werden. Damit der Zugang weniger stört, sollte ein Shunt bei Rechtshändern am linken Arm und umgekehrt angelegt werden.

Welche Untersuchungen sind vor der Anlage des Dialyse-Shunts erforderlich?

Neben der körperlichen Untersuchung und den speziellen Untersuchungen der Nierenfunktion vor der Dialyse ist eine Beurteilung der Gefäße notwendig. Dies geschieht normalerweise mit Abtasten, einer Ultraschalluntersuchung sowie oft auch einer Gefäßdarstellung mittels Röntgen (Angiographie).

Was müssen Patienten vor der Shunt-Anlage beachten?

Sollte der Patient Medikamente zur Gerinnungshemmung einnehmen, so müssen diese meist vor dem Eingriff abgesetzt werden. Dies wird mit dem Arzt besprochen.

Wie läuft die Operation zur Anlage eines Dialyse-Shunts ab?

Meist lässt sich die Operation zur Shunt-Anlage in örtlicher Betäubung oder in Regionalanästhesie (Betäubung eines bestimmten Körperabschnitts) vornehmen. Der Arzt verschafft sich durch einen Hautschnitt einen Zugang zu einer Arterie und einer Vene, die in einer gewissen Nähe zueinander verlaufen. Meist werden entsprechende Gefäße am Unterarm genommen, die zudem nicht zu tief unter der Oberfläche verlaufen. Die Gefäße müssen für die Operation vorübergehend unterbunden werden. Durch Anschneiden in Längsrichtung und Vernähen der Arterie mit der Vene wird eine Gefäßverbindung hergestellt. Falls die Lage der Gefäße ungünstig ist, wird entweder eine Vene aus einer anderen Körperregion dazwischen gesetzt oder ein Kunststoffrohr (Interponat) eingefügt. Nach der Anlage des Shunts wird der Hautschnitt vernäht.

Mögliche Komplikationen

Bei dem Eingriff kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. An der Operationsstelle können vor allem Blutungen und Blutergüsse, aber auch Infektionen, Wundheilungsprobleme und Narben entstehen. Es besteht die Gefahr, dass es am Shunt zu einer Blutgerinnselbildung kommt. Das Gefäß kann sich zusetzen, oder ein Gerinnsel kann sich ablösen und an anderer Stelle ein Gefäß verlegen. Es kann zur Mangelversorgung des Arms kommen oder sogar zu Auswirkungen auf die Pumpfunktion des Herzens.

Verhaltenshinweise nach dem Anlegen des Shunts

In der Anfangszeit nach der Shunt-Operation sollte der Arm geschont und hoch gelagert werden. Im Verlauf ergeben sich für den Patienten so gut wie keine Besonderheiten im Alltag durch den Shunt. Es sollte aber aufgepasst werden, dass die Gefäßanlage nicht verletzt wird, da es unter Umständen stark bluten kann. Außerdem kann sich schweres Tragen mit dem Arm ungünstig auf den Shunt auswirken. Jedes Anstechen des Shunts zur Dialyse muss vorsichtig und unter Beachtung der Hygieneregeln erfolgen.

Erfolgsaussichten

Bis der frisch angelegte Shunt als Zugang für die Dialyse genutzt werden kann, dauert es einige Wochen. In dieser Zeit verbreitert sich das Gefäß, und die Gefäßwand verdickt sich. Wie lange ein Shunt hält, ist unterschiedlich und hängt auch vom Umgang mit dem Gefäßzugang ab. Nicht selten beträgt die Lebensdauer des Shunts 10 Jahre und mehr, aber er kann auch rasch gebrauchsunfähig werden.

Bei Komplikationen muss gegebenenfalls eine weitere Operation erfolgen, z. B. zur Entfernung eines Blutgerinnsels oder zur Entfernung des Shunts mit Anlage an anderer Stelle.

Mögliche Alternativen zum Shunt

Eine Alternative als Zugang für eine Dialyse bietet ein zentraler Venenkatheter (ZVK). Das ist ein Katheter, dessen Ende über eine Vene (meist am Hals) bis kurz vor das Herz geschoben wird. Der zentrale Venenkatheter bietet jedoch nur vorübergehend eine Möglichkeit zur Dialyse. Eine andere Art der Blutwäsche, die ohne einen Shunt auskommt, ist die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) im Bauchraum. Schließlich kann nach einer erfolgreichen Nierentransplantation auf eine Dialyse und somit auf den Shunt verzichtet werden.


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Letzte Aktualisierung am 10.12.2009.

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