Sind unerwünschte Effekte bei der Dialyse (Blutwäsche) möglich?
Um eine effektive Blutreinigung durchführen zu können, muss das Risiko eingegangen werden, dass Komplikationen auftreten. Bei der Dialyse kommt es aber nur selten zu schwerwiegenden Komplikationen. Sie können sich unter anderem durch die Abläufe der Blutwäsche an sich ergeben, da sie mit der Veränderung der Blutzusammensetzung und Blutmenge einhergeht. Probleme können aber auch örtlich begrenzt am Zugang zum Körper entstehen.
Häufig zeigen sich Komplikationen im Rahmen einer Dialyse am Zugang zum Körper für das Blutreinigungssystem. Der Zugang unterscheidet sich nach der Art der Dialyse. Am häufigsten findet sich zur Dialyse ein Shunt, also eine angelegte Gefäßverbindung, am Arm des Patienten. Ein Shunt kommt z. B. bei der Hämodialyse, der gängigen Methode, zum Einsatz. Dieser Gefäßzugang wird stark belastet, da er in der Regel dreimal pro Woche angestochen werden muss, um das Blut zur Dialyse ausleiten und wieder einleiten zu können.
Es kann ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombose) entstehen. Das führt meist dazu, dass der Zugang für die Dialyse nicht mehr benutzt werden kann. Das Gerinnsel kann in einem operativen Eingriff entfernt werden und das Gefäß damit wieder durchgängig gemacht werden. Manchmal gelingt dies nicht, und es muss ein komplett neuer Zugang (Shunt) angelegt werden. Ein Gerinnsel im Gefäß kann sich bisweilen ablösen und eine Lungenarterie verstopfen (Lungenembolie).
Dadurch, dass regelmäßig Einstiche erfolgen, können Infektionen (z. B. mit Bakterien) in den Körper eindringen. Sie können zu Entzündungen führen, die oft örtlich begrenzt sind. Bisweilen wird die Infektion jedoch auch fortgetragen, und es kann eine Entzündung des ganzen Körpers (Sepsis, so genannte Blutvergiftung) entstehen. Gegebenenfalls müssen Antibiotika verabreicht werden. Wenn auch durch die strikten Hygieneanweisungen extrem selten, so sind dennoch Infektionen mit Hepatitis oder HIV nicht vollständig auszuschließen. Aufgrund der häufigen Stiche in das Gewebe kann es allmählich zu deutlichen Narben an der Stelle des Shunts kommen. Bei weit fortgeschrittener Vernarbung muss gegebenenfalls ein neuer Shunt angelegt werden. Möglich sind des Weiteren Blutungen aus der Shuntanlage. Sie können vorkommen, wenn eine Gefäßkanüle versehentlich herausrutscht oder herausgezogen wird. Es kann auch aus einer Einstichstelle nachbluten, nachdem die Nadeln entfernt worden sind.
Bei einer anderen Variante der Dialyse, der Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse), findet sich jedoch ein Katheter als Zugang zum Bauchraum. Über diesen Katheter haben es Bakterien relativ leicht, in die Bauchhöhle zu gelangen. Aus diesem Grund ist eine sehr gründliche Hygiene am Katheter erforderlich. Die Krankheitserreger führen, wenn sie im Bauchraum sind, zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis). Eine solche Entzündung im Bauch kann sehr gefährlich werden. Des Weiteren wird der Katheter im Bauch oft als störend angesehen (vom Patienten selbst und gegebenenfalls vom Partner). Vorkommen können bei jeder Dialyse auch allergische Reaktionen, z. B. auf verwendete Materialien.