Egal welche Ursache dem Kopfschmerz zugrunde liegt, gibt es eine Reihe von Algemeinmaßnahmen, die sinnvoll sind, um Kopfschmerzen vorzubeugen. Dazu gehören unter anderem:
- Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
- Schlaf
- Vermeidung von Kaffee, Alkohol und Nikotin
- Tägliche Bewegung, Entspannungs- und Dehnübungen
- Lärmquellen minimieren
Die Therapie muss individuell dem Patienten abgestimmt werden, denn der Kopfschmerztyp und die Ursache kann bei jedem Patienten unterschiedlich sein. Die Anamnese ist deshalb von großer Bedeutung.
Therapie bei Spannungskopfschmerzen
Bei vereinzelt auftretenden Schmerzen sind Schmerzmittel wie Aspirin oder Paracetamol in der Regel ausreichend. Dabei sollte die maximale Tagesdosis von 1500 mg nicht überschritten werden. Doch wenn die Schmerzen länger als 3-4 Tage andauern, sollte man einen Arzt aufsuchen. Mit einem Kopfschmerztagebuch kann der Arzt mögliche Auslöser erkennen und gezielt eine Therapie einleiten.
Dauern die Schmerzen länger als 3 Monate an, besteht die Gefahr der chronischen Kopfschmerzen, die in einen Medikamentenkopfschmerz übergehen kann. Hier wird eine Therapie mit Antidepressiva geraten (Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft). Insbesondere trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin haben neben ihrem stimmungsaufhellenden Effekt, sehr gute schmerzstillende Eigenschaften. Um einen guten und anhaltenden Erfolg zu erzielen wird die Medikamenteneinnahme zusätzlich mit Entspannungsübungen, Krankengymnastik und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen kombiniert.
Therapie bei Migräne
Der Migräneanfall ist für viele Patienten unerträglich. Hier reicht eine Medikation mit Schmerzmitteln bei leicht bis mittelschweren Schmerzen, wie Aspirin oder Paracetamol oft nicht aus. Bei schwerer Migräne werden hochwirksame Medikamente, die Triptane, eingesetzt. Triptane wirken direkt auf die krankhaft veränderten Blutgefäße. Da der Migräneanfall oft mit Übelkeit und Erbrechen begleitet ist, werden auch Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit) mit verabreicht. Wichtig ist außerdem der Aufenthalt in einem ruhigen, abgedunkelten Raum, da die Patienten sehr geräusch- und lichtempfindlich sind.
Therapie bei Cluster-Kopfschmerz
Cluster-Kopfschmerzen können schon oft durch Inhalation von 100% Sauerstoff vermieden werden, dabei muss der Patient zu Beginn einer Attacke etwa 20 min. lang reinen Sauerstoff einatmen. Der einzige Nachteil dieser Methode ist, dass man ständig einen Sauerstofftank bei sich tragen muss, aber von vielen Patienten als zusätzliche Last empfunden wird.
Bei der medikamentösen Therapie stehen zur Wahl das Sumatriptan ( auch bei Migräne), Ergotamin und gelegentlich Lidocain.
Sumatriptan ist sofort wirksam, wenn es direkt unter die Haut gespritzt wird. Einige Patienten dagegen sprechen auf Lidocain gut an, dass ein örtlich wirksames Betäubungsmittel ist. Treten die Schmerzen regelmäßig zu bestimmten Zeiten auf, kann man Ergotamin-Zäpfchen anwenden, die ein bis zwei Stunden vor der Attacke eingeführt werden und die Schmerzen gut lindern.
Zu den wichtigsten vorbeugenden Medikamenten gehört das Verapamil, ein Kalziumantagonist, das in 70% der Fälle erfolgreich eingesetzt wird. Die restlichen 30% werden mit Lithium, Kortison oder dem Antiepileptikum Topiramad behandelt.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.