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Therapie von Migräne


Die Behandlung erfolgt meist mit Medikamenten

Die Migräne ist nicht innerhalb kurzer Zeit zu behandeln. Je nachdem, wie stark eine Migräneattacke verläuft, kann man sie unterschiedlich behandeln.

Leichte bis mittelschwere Migräneattacken

Nach Sicht der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) kann man bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken rezeptfreie Schmerzmittel einnehmen. Empfohlen wird hier die gut wirksame Dreier-Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Der Erfolg dieser Kombination wurde in der weltweit größten Studie zur Wirksamkeit von Schmerzmitteln in der Selbstmedikation belegt. Durch diese Kombination verstärken sich die Effekte der Einzelsubstanzen. Koffein unterstützt zudem die rasche Aufnahme in den Körper. Aus diesem Grund kann man die Dosis minimieren und somit auch die Nebenwirkungen der Einzelpräparate gering halten. Als Begleitmedikation sollte man immer zusätzlich noch Mittel gegen Erbrechen einnehmen.

Mittelschwere bis schwere Migräneattacken

Zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Migräneattacken empfiehlt die DMKG in erster Linie Serotonin-Agonsiten, die so genannten Triptane. Triptane weisen die gleiche Wirkung wie das körpereigene Serotonin auf.

Wirkmechanismus der Triptane:

  • Verengung von zerebralen Blutgefäßen, die bei einem Migräneanfall erweitert werden
  • Die Ausschüttung entzündlicher Peptide, z.B. Substanz P aus Neuronen im zentralen Nervensystem wird gehemmt
  • Ausbreitung von Schmerzreizen über die Hirnrinde wird gehemmt
Bei einer akut einsetzenden Migräneattacke weisen die Triptane die beste Wirksamkeit auf, auch wenn die Schmerzen bereits eingesetzt haben. Gleichzeitig mindern sie Übelkeit und Erbrechen. Zur Migränebehandlung stehen sieben verschiedene Wirkstoffe aus der Klasse der Triptane zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkform und Wirkungseintritt.
Rizatriptan, Almotriptan und Eletriptan gehören zur Gruppe der schnell und stark wirksamen Präparate, der Schmerz nimmt innerhalb von 2 Stunden in ihrer Intensität stark ab. Die Wirkung von Naratriptan und Frovatriptan tritt etwas später ein, sie sind zwar schwächer dosiert, aber dafür lang anhaltend und haben wenige Nebenwirkungen (passieren die Blut-Hirn-Schranke, haben dadurch eine lange Halbwertszeit). Bei lang anhaltenden Attacken und regelmäßigen Wiederkehrkopfschmerzen sind sie daher gut geeignet. Sumatriptan und Zolmitriptan werden aufgrund ihrer Wirkweise in der Mitte eingeordnet. Triptane sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich und zwar als Tablette, Zäpfchen, Nasenspray, Spritze und Schmelztablette.

Prophylaxe

Jedem Migränepatienten ist weiterhin eine Prophylaxe zu empfehlen um starke unerträgliche Migräneattacken vorzubeugen. Hierzu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, deren Wirkung aber erst nach Wochen eintritt und etwas Geduld erfordert. Zur Vorbeugung werden durch die DMKG empfohlen:

  • Topiramat (schützt das Gehirn vor übermäßiger Erregung und leitet Schmerzreize nicht weiter; Mittel der ersten Wahl)
  • Betablocker Metoprolol und Propanolol (wird eigentlich eingesetzt zur Behandlung von Bluthochdruck, hemmen wahrscheinlich auch die Bildung von Stresshormonen im Gehirn; Stresshormone sind unter anderem Auslöser einer Migräneattacke)
  • oder Kalziumantagonist Flunarizin (beeinflussen die Gefäßweite indem sie den Einstrom von Kalzium hemmen)

Weitere Maßnahmen

Neben der Medikamenteneinnahme sind auch andere Maßnahmen sinnvoll. Der Patient braucht Ruhe und Schlaf, am besten in einem abgedunkelten Raum, fern von Licht und Lärm. Kalte Kompressen und Entspannungsübungen können auch hilfreich sein.


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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.

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