Die Befragung des Patienten muss abklären, wo eine Ansteckung erfolgt sein könnte und welche Personen außerdem noch betroffen sein könnten. Diese sollten dann mitbehandelt werden. Auch der feste Partner sollte mituntersucht werden, um eine Infektion auszuschließen.
Die Bläschen können ohne weitere Maßnahmen begutachtet werden. Wichtig ist hier vor allem, auf das Verteilungsmuster zu merken. Bei Herpes genitalis liegen die Bläschen in Gruppen an Penisschaft und Hodensack. Auch die Leistenlymphknoten können ertastet werden, um das Ausmaß der Infektion abzuschätzen.
Bei der Untersuchung des Bläscheninhalts oder eines Biopsats (Gewebeprobe) werden die Erreger aus dem entnommenen Material angezüchtet. Dieser direkte Erregernachweis gelingt im Fall der Herpes-simplex-Viren innerhalb von wenigen Tagen.
Die Ergebnisse der Blutuntersuchung sind nicht aussagekräftig. Antikörper gegen Herpesviren finden sich, aufgrund der hohen Präsenz in der Bevölkerung, auch bei Gesunden häufig. Sie kann jedoch ergänzend zu den anderen Untersuchungen durchgeführt werden.
Diese Erkrankung wird durch ein Bakterium namens Haemophilus ducreyi verursacht. Es kommt zur Ausbildung kleiner Blasen, die später zerfallen und zu Geschwüren werden. Sie bilden sich jedoch, im Gegensatz zum Herpes genitalis, vor allem im Bereich zwischen Eichel und Vorhaut aus. Eine sichere Unterscheidung kann durch den Nachweis von Bakterien im Abstrich oder in der Gewebeprobe getroffen werden.
Auch diese Krankheit wird durch Bakterien hervorgerufen, nämlich durch Treponema pallidum subspecies pallidum. Die Syphilis im Frühstadium löst ein hartes Geschwür („harter Schanker") im Bereich der Eichel oder des Penisschafts aus. In späteren Stadien wird dann der ganze Körper von den Bakterien befallen und es kommt zu Hautausschlägen an verschiedenen Stellen des Körpers. Die Unterscheidung zu Herpes genitalis kann in späteren Stadien leicht anhand der Symptomatik getroffen werden, im Frühstadium geben wiederum Abstrich oder Biopsie (Gewebeprobe) Aufschluss über den Erreger.