Die Behandlung des Hodenhochstands wird normalerweise erst ab dem 10. Lebensmonat gestartet, da es häufig zur spontanen Heilung während dem ersten Lebensjahr kommt.
Medikamentöse Therapie
Die besten Behandlungserfolge werden mit einer Hormontherapie erzielt (50% Heilungschance). Dabei wird Testosteron nicht direkt injiziert, sondern Hormone, die einen positiven Einfluss auf die körpereigene Testosteronproduktion haben. Hierbei ist zum einen das bereits erwähnte Beta-HCG zu nennen. Es wird intramuskulär verabreicht (in die Muskulatur gespritzt) und zwar zwei Mal wöchentlich über fünf Wochen.
Besser geeignet ist ein anderes Medikament, was vor allem wegen der Darreichungsform Vorteile bietet. Hierbei handelt es sich um LHRH (Luteinisierendes Hormon Releasing Hormon), was als Nasenspray verabreicht wird. Es wird drei Mal täglich über 4 Wochen verabreicht, es muss jedoch nicht von einem Arzt verabreicht werden. Die Wirkweise dieses Medikaments unterscheidet sich von der des Beta-HCG. Es wirkt nicht direkt an Testosteronproduzierenden Zellen, sondern an der Hypophyse, einer Struktur des Gehirns, die für die Ausschüttung von Hormonen zuständig ist. Diese schüttet daraufhin LH (Luteinisierendes Hormon) aus, das dann wie Beta-HCG wirkt.
Operation
Wenn eine medikamentöse Therapie nicht wirkt, muss eine Operation Abhilfe schaffen. Diese wird unter Vollnarkose durchgeführt, da ein absolutes Stillliegen unbedingt erforderlich ist. Auch in der nachfolgenden Zeit sollten große Bewegungen vermieden werden.
- Mögliche Erweiterungen der Operation
Besteht gleichzeitig zur Hodenfehllage auch noch ein Leistenbruch, wird dieser meist gleich mitoperiert, damit es später nicht zu Komplikationen kommt.
Es kann zur Entzündung des Hodens kommen. Dann sollte gleich ein Arzt aufgesucht werden.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.