Als Hauptauslöser für die Hoden- und die Nebenhodenentzündung gelten Bakterien und Viren. Dabei gibt es verschiedene Arten, die diese Erkrankungen besonders häufig auslösen. Meist bestehen dabei auch noch andere Krankheiten gleichzeitig.
Mumps
Das Mumpsvirus aus der Familie der Rubulaviren ist der häufigste Auslöser für Orchitis oder Epididymitis. Das Mumpsvirus wird über Tröpfcheninfektion weitergegeben und verursacht primär eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse, was der Erkrankung auch den Namen „Ziegenpeter" eingebracht hat. Ungefähr fünf bis acht Tage nach Krankheitsausbruch kommt es dann bei jedem dritten erkrankten Erwachsenen zur Epididymitis oder, in selteneren Fällen, zur Orchitis. Der Grund hierfür ist eine Streuung der Viren von der Ohrspeicheldrüse in die Blutbahn, worüber dann Hoden und Nebenhoden erreicht werden können.
Coxsackie-Viren
Die Coxsackie-Viren (benannt nach der Stadt Coxsackie im Bundesstaat New York) verursachen eine Vielzahl von Krankheiten. Sie können die Sommergrippe, Augeninfektionen und jugendlichen Diabetes auslösen. Auch die Infektion des Hodens und des Nebenhodens gehören zum Krankheitsspektrum dieser Viren.
Herpesviren
Auch die Viren der Herpesfamilie können eine Komplikation im Hoden- oder Nebenhodenbereich auslösen. Besonders prägnant ist hierbei, dass Herpesviren häufig schon in der Kindheit übertragen werden und fast 90% aller Erwachsenen Träger dieser Viren sind. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es dann in bestimmten Situationen (geschwächtes Immunsystem, Stress).
Bakterien
Seltener sind Bakterien der Auslöser für die beiden Krankheitsbilder. Hierbei spielt vor allem der sexuelle Übertragungswegsweg eine große Rolle. Die Bakterien gelangen über die Harnröhre in den Samenleiter und „steigen" dann auf, bis sie den Nebenhoden erreichen. Haupterreger sind hierbei Chlamydien oder der Erreger der Tripper-Infektion Neisseria gonorrhoea.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.