Die Diagnose wird primär durch einen Blick auf die Symptome gestellt, da diese sehr charakteristisch sind. Weiterführend kann dann noch eine Biopsie (Gewebeentnahme mit anschließender Untersuchung) durchgeführt werden. Hierzu wird vor allem infiziertes Gewebe aus den Geschwüren oder betroffenen Lymphknoten entnommen. Mit den Erregern, die dabei gewonnen werden, kann dann auch noch (nach Anzucht) ein Antibiogramm erstellt werden. Hierzu werden verschiedene Bakterienkolonien auf einem Nährboden verteilt und dann abschnittsweise mit verschiedenen Antibiotikaarten behandelt. Dabei kann erkannt werden, auf welches Antibiotikum der betreffende Haemophilus-Stamm besonders sensibel reagiert. Dieses Mittel wird dann verwendet.
Ergänzend sollte der Patient auch immer noch auf Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten getestet werden. Da der Übertragungsweg hier auch vor allem der ungeschützte Geschlechtsverkehr ist, kann eine zusätzliche Infektion nicht ausgeschlossen werden.
Differentialdiagnose
Das Ulcus molle ist eine relativ eindeutige Diagnose. Es gibt jedoch trotzdem einige Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen können.
Die Syphilis wird in 3 aufeinander folgende Stadien eingeteilt. Das erste Stadium wird durch eine Hauterscheinung charakterisiert, die als Ulcus durum (harter Schanker) bezeichnet wird. Im Gegensatz zum Ulcus molle ist das Ulcus durum erhaben, schmerzlos und vor allem verhärtet.
Bei dieser Erkrankung sind die Körperzellen nicht in der Lage, genug Zucker aufzunehmen. Dadurch zirkuliert mehr Zucker im Blut, das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel über eine lange Zeit stark erhöht ist. Dieses erhöhte Zuckerangebot im Gefäßsystem löst einen Verschluss kleinerer Gefäße aus. Das nachfolgende Gewebe stirbt ab und es entstehen Geschwüre. Ist dies im Bereich der Eichel der Fall, kann diese Krankheit unter Umständen mit einem Ulcus molle verwechselt werden. Daher sollte unter anderem eine Blutzuckermessung durchgeführt werden.
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.