Das Magengeschwür kann verschiedene Ursachen haben
Verschiedene Faktoren können die Ausbildung eines Magengeschwürs begünstigen. Allen gemeinsam ist, dass ein gestörtes Gleichgewicht zwischen aggressiven und defensiven Mechanismen der Magenschleimhaut (z.B. Magensäure, alkalischer Schleim) besteht. Diese Störung kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden.
Helicobacter pylori
Die häufigste Ursache ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. 90 Prozent der Betroffen weisen eine Besiedlung mit diesem Bakterium auf. Der Helicobacter gehört zu den wenigen Bakterien, die nicht durch die Magensäure zerstört werden können. Eine Besiedlung des Magens mit diesem Bakterium führt nicht zwangsläufig zu einem Geschwür. Sie ist auch bei 50 Prozent der gesunden Erwachsenen und älteren Personen über 50 Jahre nachweisbar, ohne dass sie Beschwerden verursachen. Mediziner denken, dass auch andere schädigende Faktoren, z.B. Rauchen oder bestimmte Medikamente (z.B. die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln oder entzündungshemmenden Medikamenten) vorhanden sein müssen, damit ein Ulkus entsteht.
Medikamente
Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die die Magenschleimhaut schädigen und zu Entzündungen und Geschwüren führen können. Hierzu gehören vor allem die Nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAR, Schmerzmittel), z.B. Acetylsalicylsäure. Sie hemmen nämlich ein Enzym, das Fettsäuren in Prostaglandine umwandelt. Prostaglandine wirken als Schutzmechanismus der Magenschleimhaut, indem sie z.B. die Säuresekretion hemmen. Zudem fördern auch die NSAR die Bildung von Sauerstoffradikalen, die wiederum die Ulkusentstehung begünstigen. Daher wird von der regelmäßigen Einnahme dieser Schmerzmittel abgeraten. Aber nicht nur NSAR sondern auch Glukokortikoide, Biphosphonate und Rheumamedikamente können zu einem Ulkus führen. Wobei Alkohol und Rauchen diese Schädigung zusätzlich fördern.
Psychische Faktoren
Psychische Faktoren wie Stress und Depressionen, sowie langanhaltende Konfliktsituationen in Familie oder Beruf können die Bildung eines Geschwürs fördern.
Vermehrte Bildung von Magensäure
Eine vermehrte Sekretion der Magensäure wird besonders bei Patienten mit einem Geschwür im Bereich des Magenausgangs beobachtet.
Gestörte Magenbewegungen
Störungen der Bewegungsabläufe (Peristaltikstörungen) im Magen führen zu einer verzögerten Entleerung von festen Speisen im Magen. Gleichzeitig besteht ein Rückstrom von bereits mit Gallenflüssigkeit vermischter Nahrung, aus dem Zwölffingerdarm in den Magen. Die Magenschleimhaut kommt dadurch mit Gallensäure in Kontakt, die zu einer Ulkusbildung führen kann.
Zollinger-Ellison-Syndrom
Hier liegt ein hormonaktiver Tumor vor, der vermehrt zur Bildung von Gastrin führt. Das Hormon Gastrin wird im Magen gebildet und fördert die Säureproduktion. Eine vermehrte Ausschüttung dieses Hormons führt somit zur Bildung eines Ulkus.
Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyroidismus)
Die Überfunktion der Nebenschilddrüse führt zu einem Überangebot von Kalzium, das unter anderem die Gastrinbildung fördert.