Die Vaskulitis ist zwar oft nicht heilbar, aber in der Regel gut behandelbar. Heute überleben mindestens 90 Prozent der Patienten. Die Therapie einer Vaskulitis richtet sich nach dem Ausmaß und den Beschwerden der Erkrankung. Für die Behandlung stehen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die das Immunsystem unterdrücken.
Kortisonpräparate
Sie sind schnell wirksam und als Begleittherapie unersetzlich. Anfangs wird das Kortison in sehr hoher Dosis, z.B. über 100 mg am Tag eingesetzt und bei Besserung der Symptome allmählich wieder reduziert oder sogar ganz abgesetzt. Leider ist das Kortison allein nur selten ausreichend, um die Vaskulitis wirkungsvoll zu bekämpfen. Daher werden oft noch andere Immunsuppressiva eingesetzt.
Cyclophosphamid
Bei schweren Formen der Vaskulitis muss ein Krebsmittel, das Cyclophosphamid (Endoxan ®), eingesetzt werden. Sie ist ein stark wirksames Immunsuppressivum aus der Gruppe der Alkylantien. Heute behandelt man die Patienten in der Regel nicht länger als sechs Monate mit diesen Medikamenten, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.
Auch hier gilt: „So kurz wie möglich, so lang wie nötig". Im Anschluss kann man dann auf sanftere Medikamente übergehen, um den erreichten Zustand der Besserung zu erhalten.
Beachte: Durch entsprechende Ernährung und Verhaltensweisen kann man viele Nebenwirkungen von Kortison und Endoxan® vorbeugen.
Auch nach erfolgreicher Behandlung der Vaskulitis sind weitere ärztliche Kontrollen notwendig, da bei mindestens 50 Prozent der Patienten mit einem Rückfall bzw. Wiederkehr der Krankheit (Rezidiv) gerechnet werden muss. Dies ist auch nach Jahren völliger Beschwerdefreiheit noch möglich. Als wichtiges Frühwarnsymptom für ein Rezidiv gilt das Wiederauftreten von rheumatischen Beschwerden. Je nachdem welche Form der Vaskulitis vorliegt, müssen auch andere Grundkrankheiten sinnvollerweise mit behandelt werden.
Wie sieht die Prognose aus?
Die Prognose ist abhängig von der Form der Vaskulitis. Wie bei jeder anderen Erkrankung auch, ist die Prognose bei einer Vaskulitis, durch eine rechtzeitige und konsequente Behandlung beeinflussbar. Diese sollte jedoch an das Stadium und die Aktivität der Vaskulitis angepasst sein. Wird die Vaskulitis entsprechend therapiert, so kann die Erkrankung im Durchschnitt bei etwa 80 Prozent der Betroffenen, innerhalb eines Jahres zurückgehen. Diese Patienten können wieder ein völlig normales und beschwerdefreies Leben führen. Doch man sollte sich im Klaren sein, dass eine Vaskulitis auch noch nach Jahren erneut auftreten kann.
Einige Formen der Vaskulitis wie z.B. die Wegenersche Granulomatose, zählen zu den schwerwiegendsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und haben eine teilweise sehr schlechte Prognose. In diesen Fällen ist eine optimale Betreuung in einem erfahrenen Zentrum besonders wichtig.
Hinweise für Patienten
Leider gibt es keine verlässlichen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Vaskulitis, da die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig geklärt ist. Wichtig ist vor allem, einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen.
Daher sollten Sie folgende Warnsymptome kennen:
- unerklärliches Fieber
- Gewichtsabnahme
- allgemeines Krankheitsgefühl
- Nachtschweiß
- Augenrötung
Diese Symptome sind zwar sehr unspezifisch, man sollte sie dennoch ärztlich abklären lassen!
Letzte Aktualisierung am 04.08.2009.