Die Mitarbeit des Patienten ist ein ganz wesentlicher Teil der Behandlung. Wichtig sind neben den regelmäßigen Bewegungsübungen auch das Verhalten im Alltag. Hilfreiche Maßnahmen sind:
In den meisten Fällen ist eine Fortführung des erlernten Berufes weiterhin möglich. Der Arbeitsplatz eines Morbus Bechterew-Patienten sollte folgendermaßen aussehen:
Tätigkeiten, bei der die Patienten stundenlang vornüber gebeugt sind oder schwere Lasten heben oder tragen müssen, sind wenig geeignet. Machen Sie Mittags eine kleine Pause von 10 bis 20 Minuten und legen Sie sich ganz flach hin, damit sich die Wirbelsäule wieder gerade richtet. Bei einem völlig ungeeignetem Arbeitsplatz sollten Sie mit ihrem Arbeitgeber über eine Morbus-Bechterew- gerechte Gestaltung ihres Arbeitsplatzes (z.B. angepaßte Sitzmöbel oder angepaßte Arbeitshöhe) sprechen. In besonders schweren Fällen kann eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente gestellt werden.
Die richtige Sitzhaltung kann den Krankheitsverlauf wesentlich beeinflussen. Die Wirbelsäule dieser Patienten hat die Tendenz, sich nach vorn zu krümmen. Daher müssen Sie alle Anstrengungen unternehmen, um so gerade und aufrecht zu sitzen wie irgend möglich. Ihre Tätigkeiten sollten Sie so einrichten, dass Sie sich dabei nicht ständig nach vorn beugen müssen, z.B. durch ein Zeichenbrett oder eine schräge Tischplatte. Wichtig ist vor allem, dass Sie das Becken nicht nach hinten kippen und dadurch einen krummen Rücken bekommen. Für die richtige Haltung ist ein weicher niedriger Stuhl ungeeignet. Für ein schmerzfreies Sitzen ist ein Stuhl mit fester ebener Sitzfläche geeignet. Meiden Sie vor allem stark nach hinten geneigte Sitzflächen.
Verwenden Sie als Unterlage für eine feste Schaumstoffmatratze einen Lattenrost oder ein Brett. Das Bett muss fest sein und darf nicht durchhängen. Im Bett sollten so wenig, aber so viel wie nötig Kopfkissen sein. Der Kopf sollte gerade liegen und nicht in den Nacken kippen. Verwenden Sie keine Keilkissen und große Kopfkissen, die bis unter die Schultern reichen und so zur Krümmung der Brustwirbelsäule beitragen. Bewährt hat sich vor allem ein Muldenkissen, dessen Mittelteil so niedrig ist, dass der Kopf gerade eben waagrecht liegt. Die Seitenteile des Kissens stützen den Kopf in Rückenlage seitlich ab und sorgen dafür, dass die Wirbelsäule gerade bleibt. Legen Sie sich wenn möglich, jede Nacht auf den Bauch und vermeiden Sie die Seitenlage, um der Krümmung des Rückens und der Einschränkung der Hüftgelenk-Streckung entgegenzuwirken.
Tragen Sie Kleidung, in denen Sie sich Wohl fühlen. Bevorzugen Sie Schuhe mit dicken elastischen Absätzen, welche die Stöße beim Gehen auf hartem Asphalt abfedern. Jeder Schuh kann von einem orthopädisch ausgerichteten Schuhtechniker mit einem Pufferabsatz versehen werden und so Patienten mit einer Wirbelsäulenerkrankungen das Gehen erleichtern. Auch verschiedene Ferseneinlagen können die Elastizität der Wirbelsäule ein wenig ersetzen. Beim Gehen sollten Sie nicht zu kleine Schritte machen, um die Hüftgelenkstreckung zu erhalten. Die Hüftgelenkstreckung lässt sich beim Gehen mit jedem Schritt trainieren.
Bei Morbus Bechterew ist es wichtig, körperlich aktiv zu bleiben! Mit Sport kann man die Kondition steigern, den Kreislauf stabilisieren und die Atemkapazität verbessern. Wichtig sind hier vor allem die krankheitsspezifischen Bewegungsübungen! Vorsicht: Sport ist dafür kein Ersatz. Natürlich ist nicht jede Sportart für einen Morbus Bechterew Patienten geeignet. Sie hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung ab. Besonders zu empfehlen sind folgende Sportarten: