Chondroprotektiva sind Knorpelschutzmittel, welche laut Hersteller die Knorpelzerstörung aufhalten sollen. Sie hemmen die knorpelabbauenden Substanzen und bauen Knorpel wieder auf. Zudem wird den Chondroprotektivan ein entzündungshemmender Effekt zugeschrieben. Der Knorpel erfüllt in den Gelenken eine wichtige Funktion. Bei vielen rheumatischen Erkrankungen wird der Knorpel angegriffen und zerstört.
Die Wirkung dieser Medikamente wird durch klinische Studien belegt. Bei diesen Studien konnte ein Rückgang von Schmerz, Schwellung und eine Besserung der Gelenkbeweglichkeit nachgewiesen werden. Bisher konnte jedoch nicht eindeutig belegt werden, dass Chondroprotektiva die Entstehung von Knorperlschäden verhindern und die Zerstörung von Knorpelsubstanz aufhalten bzw. verlangsamen oder rückgängig machen können. Daher sollte der therapeutische Nutzen vorsichtig und individuell eingeschätzt werden.
Es gibt eine Vielzahl von Herstellern. Im folgenden sind einige Anbieter aufgelistet: Synvisc, Ostenil, Suplasyn, Hyalart, Go on, Orthovisc, Hyalubrix u.a.
Hauptbestandteil der Chondroprotektiva sind Hyaluronsäure und Glucosamin. Glucosamin ist ein hochkonzentrierter Aminozucker und Grundbaustoff für Knorpel, Sehnen, Bänder und Knochensturkturen, sowie für Bindegewebe, Arterienwände und die Haut. Hauptaufgabe ist die Reparatur und der Wiederaufbau von Knorpel in den Gelenken, der Wirbelsäule, sowie die Knochenbildung über die sogenannte „chondrale Ossifikation". Normalerweise werden die Glucosamine vom gesunden Körper direkt aus der Nahrung synthetisiert.
Mit zunehmendem Alter verliert jedoch der Organismus die Fähigkeit der Synthese (Herstellung) aus der Nahrung. Der Mangel wird zudem dadurch verstärkt, dass unsere moderne Ernährungsweise meist keine Nahrungsmittel mehr anbietet, die Knorpel und Bindegewebsteile enthalten. Die Vorstufe des Glucosamin ist die so genannte Hyaluronsäure. Sie dient der Bildung der Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere). Die Hyaluronsäure wird auch als „intrazelluläre Kittsubstanz" bezeichnet und ist ein wichtiger Bestandteil der Grundsubstanz des Bindegewebes.
Prinzipiell sind lebende Materien wie Knorpel, Bänder, Sehnen und Bindegewebe, regenerationsfähig. Hierbei ist die Bindegewebssubstanz von großer Bedeutung, da sie in allen Bändern, Sehnen und Blutgefäßen vorkommen. Eine wichtige Voraussetzung für die Regenerationsfähigkeit ist allerdings, dass die dafür benötigten Substanzen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die wichtigsten Baustoffe sind, wie bereits erwähnt, die Hyaluronsäure, Glucosamin und Chondroitin. Sie führen dazu, dass die genannten Gewebe kontinuierlich auf- und abgebaut (umgesetzt) werden.
Chondroprotektiva können durch Spritzen direkt ins Kniegelenk gespritzt werden. Diese Therapieform kann drei bis achtmal jeweils wöchentlich verabreicht werden. Die Behandlung kann auch oral in Tablettenform durchgeführt werden. Die Therapie mit Hyaluronsäure wird von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.
In der Regel weisen Spritzen fast keine Nebenwirkungen auf. Neuere Präparate werden bakteriell gewonnen, so dass es kaum noch zu allergischen Reaktionen kommt. Präparate die oral eingenommen werden, verursachen bevorzugt Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Als mögliche Nebenwirkungen können auftreten:
Wichtige vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Gelenkknorpels sind unter anderem der Abbau von Übergewicht und Krankengymnastik. Beachten Sie, dass Gelatine keinen knorpelaufbauenden Effekt hat, wie immer behauptet wird.
Eine Hyaluronsäuretherapie kann theoretisch an jedem geschädigten Gelenk durchgeführt werden. Das Kniegelenk ist besonders für diese Therapieform, aufgrund der anatomischen Begebenheiten geeignet, da es einfach mit der Spritze zu erreichen ist. In der Regel sind die Erfolge in beginnenden Arthrosestadien günstiger.